#211 Warum originelles Denken in Zeiten von KI zur Superkraft wird – mit Kreativitätstrainer Karim Mustaghni
Shownotes
Je mehr KI mitdenkt, desto wichtiger wird das eigene Denken. Klingt paradox? Ist aber die zentrale These unseres heutigen Gastes. Karim Mustaghni ist Kreativitätstrainer, Keynote Speaker, Dozent an der EBS Executive School – und einer der spannendsten Köpfe, wenn es um originelles Denken in Zeiten von KI geht.
In dieser Folge sprechen Tomas und Karim darüber, warum unser Gehirn ein Fitnessstudio braucht, bevor es verkümmert. Warum eine Studie zeigt, dass die Gehirnaktivität um 55 Prozent sinkt, wenn wir dauerhaft auf KI setzen. Und warum der Erfinder der Nike Waffeltrainer seinen Durchbruch am Frühstückstisch hatte – weil er neugierig genug war, ein Waffeleisen von unten zu betrachten.
Karim unterscheidet drei zentrale Skills für die Zukunft: Neugierde, Kreativität und Kollaboration. Er erklärt, warum breite Neugierde – also das Interesse an Dingen außerhalb deines Fachgebiets – der geheime Innovationstreiber ist. Warum du den ersten Draft immer selber schreiben solltest. Und warum die Frage „Warum?" mächtiger ist als jede KI-Antwort.
Außerdem: Warum mehrsprachige Menschen kreativer denken, was Netflix über Unternehmenskultur lehrt, und warum Kinder vor der Einschulung kreativer sind als danach. Eine Episode für alle, die KI klug nutzen wollen – ohne dabei das eigene Denken auszulagern.
Über die LinkedIn Lounge Wir sind Marina Zayats und Tomas Herzberger. Gemeinsam sind wir die Gründer*in von Schaffensgeist, der ersten strategischen Beratung für digitale Souveränität. Wir helfen Unternehmen, ihren digitalen Außenauftritt gekonnt zu steuern und als Marke sichtbar zu werden. Vorstände, Manager und Vertriebsteams befähigen wir dazu, ihre Identität in Social Media aufzubauen und für die Ziele des Unternehmens einzusetzen.
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Über Karim Mustaghni Karim Mustaghni ist Gründer, Dozent und Keynote Speaker. Er unterstützt Führungskräfte dabei, die Fähigkeiten zu entwickeln, die es braucht, um in einer von exponentiellen Technologien wie KI geprägten, unvorhersehbaren Welt erfolgreich zu sein. Im Zentrum seiner Arbeit steht „Original Thinking“ – die Verbindung von Neugier, Kreativität und Kollaboration mit fundierter KI-Kompetenz. Er zeigt praxisnah, wie KI so eingesetzt werden kann, dass sie menschliches Denken stärkt statt ersetzt. Seine Ansätze basieren auf unabhängiger Forschung zu Kreativität, Neurowissenschaften, Behavioral Design und AI Literacy und werden gezielt in komplexen Business-Kontexten angewendet.
Als Dozent an der Executive School der EBS European Business School sowie als internationaler Speaker (250+ Keynotes) vermittelt er diese Perspektiven in den Bereichen Strategie, Leadership und Entscheidungsfindung. Darüber hinaus ist er Co-Founder und strategischer Berater, arbeitet an der Schnittstelle von Innovation und Wachstum und bringt über 15 Jahre internationale Erfahrung ein. Als Künstler (KAYWAZ) verbindet er strategisches Denken mit kreativer Praxis und engagiert sich als aktiver Gestalter globaler Netzwerke.
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Transkript anzeigen
Tomas: Wenn ich mir einen einzelnen Gast für ein gespanntes Gespräch... Das war falsch. Wenn ich mir einen spannenden Gast für ein gutes Gespräch bei einem schönen Dinner einladen dürfte, dann wäre das Barack Obama. Der ist aber heute nicht hier. Deswegen meine Nummer zwei an spannenden Dinnergästen ist heute hier im Podcast. Er ist Kreativitätstrainer. Er ist Keynote Speaker. ist Dozent an der EBS für Original Thinking. ist Blogger für das Magazin The Creatives. Er ist Podcaster für What If. Er ist ein mehrfach ausgezeichneter Künstler und außerdem Gründer von Chefs List, einem Startup für Restaurant Logistik. Mein heutiger Gast ist niemand geringes als Karim Mustani. Gute Karim, grüß dich.
Karim Mustaghni: Gute Thomas. Thomas, müssen gleich zwei Elemente nochmal neu machen leider. der Intro. Sorry, tut mir leid. Ich sag's lieber jetzt. Äh, genau, der Apps Executive School musst du sagen.
Tomas: Schade. Was denn?
Tomas: Also, tschüss!
Tomas: Okay und?
Karim Mustaghni: und Co-Funding Investor bei Schaefslos, das ist offizielle Titel.
Tomas: Anstatt Gründer.
Karim Mustaghni: Ja, genau. Sorry, dass wir...
Tomas: lasse ich ihn Obama. Ne, alles gut, kein Problem. Nochmal?
Tomas: Wenn ich mir für ein gutes Dinner einen spannenden Gesprächsgast einladen würde, dann wäre unser heutiger Gast ganz ganz weit oben auf der Liste. Denn er ist nicht nur Kreativitätstrainer, nicht nur Keynote Spaker, nicht nur Dozent an der EBS Executive School für Original Thinking. Er ist nicht nur Blogger für das Magazin The Creators oder Podcaster für den Podcast What If. Er ist ein mehrfach ausgezeichneter Künstler und außerdem noch Co-Founding Investor von Chesslist. einem Startup für Restaurantlogistik. Mein heutiger Gast ist niemand Geringes als Karim Mustangli. Gute Karim, grüß dich!
Karim Mustaghni: Gute Thomas, vielen Dank für die Einladung.
Tomas: Sehr, gerne. Sag mal, du, ich bin ja froh, dass du Zeit gefunden hast, neben deinen vielen vielen Tätigkeiten heute bei uns in der LinkedIn-Launch zu Gast zu sein. Wenn dich jetzt jemand fragt, Karim, was machst du eigentlich beruflich? Wie erklärst du das in einem Satz?
Karim Mustaghni: Das ist wahrscheinlich die größte Herausforderung, ich habe. Aber ich glaube, ich breche es aktuell runter auf drei Ebenen. Das eine ist, dass ich sage, bin Gründer, Speaker und Advisor. Vor allem, Themen geht wie originelles Denken in Zeiten von KI, wie bleibt man innovativ und wie fährt man vor allem die Denkweise und das Mindset bei Menschen. Ja, es waren schon, glaube ich, zwei Sätze, aber das geht so die Richtung.
Tomas: Wir lassen es zählen, machen irgendwo ein bisschen Kohle an der Zwischen, dann geht das schon. Aber genau das ist ja auch unser heutiges Thema, nämlich Original Creative Thinking in Zeiten von KI. Natürlich etwas, was uns auch bei Schaffensgeist und unseren Kunden Tag ein, Tag aus beschäftigt. Jetzt Karim, du hast ja auf mehreren Kontinenten gelebt und diversen Ländern. Hat das irgendwie dein Verständnis für Kreativität geprägt?
Karim Mustaghni: Auf jeden Fall. Ich glaube, wenn du in verschiedenen Kulturen wohnst oder lebst und unterschiedliche Arten wie Leute auf Dinge reagieren, wie sie mit Menschen umgehen, wie sie Dinge machen, dann lernst du ja unfassbar unterschiedliche Art und Weise, wie Denken funktioniert. Und diese unterschiedlichen diversen Inputs sind super wichtig für kreatives Denken. Es hat auf jeden Fall meine Assoziierungsfähigkeit und mein Vielfaches erhöht und hilft mir sehr oft, Probleme auch anders anzugehen, anders zu lösen.
Tomas: Kannst du uns da Beispiel geben? Gibt es etwas aus deiner Historie, wo du sagst, boah, das habe ich jetzt aus dem Land mitgenommen oder aus der Kultur und die machen das ganz, ganz anders?
Karim Mustaghni: Das ist eine gute Frage. Ich müsste mir jetzt wahrscheinlich kurz drüber nachdenken. Aber glaube, Unterschiedsperspektiven wie in Japan zum Beispiel. glaube, Japan wurde vor 30 Jahren noch bisschen belächelt, wenn es das Thema geht. Keine Ahnung, ob es jetzt Cocktails machen war oder was auch immer. Und mittlerweile sind sie unfassbar gut geworden in vielen, Dingen, weil sie halt sehr tief in Details gehen, genau anschauen, okay, wenn ich jetzt einen Cocktail mache, wie könnte auch das Glas aussehen? Wie könnte jetzt, wenn ich den Gin reinkomme ... Diese kleinen Details, diesen Unterschied machen am Ende des Tages, sind unfassbar spannend. Wenn ich in Sao Paulo war, da wurde Dinge nicht unbedingt direkt angesprochen. Jeder hat ein anderes Erlebnis. Mein Erlebnis war, wenn ich Business Meetings hatte und ich wurde zum Fahrstuhl gebracht und wenn sie da mitgegangen sind, wir sind noch runtergefahren, dann hieß es, wir machen diesen Business Deal. Wenn sie nur bis zum Fahrstuhl gegangen sind und hieß es, nee, nicht wirklich, haben trotzdem ja gesagt. So kleine kulturelle Elemente zu verstehen, hilft einem dann auch in deren Sprache kreativ zu seinen Brainstormings. Also nicht die Sachen vielleicht direkt anzusprechen, sondern ein bisschen den heißen Brei herumzutanzen. Und wenn du natürlich wieder in Deutschland bist oder in anderen Ländern, dann bist du ein bisschen schneller. Und diese unterschiedlichen Perspektiven sind sehr, hilfreich gewesen.
Tomas: Ja, das glaube ich. Ich habe doch aus meinem eigenen Auslandsaufenthalten super viel mitgenommen und wie du sagst, das ist sehr viel inspiriert, dass man vielleicht im Nachhinein gar nicht so exakt ausdeuten kann, aber dann am Ende des Tages doch sehr, stark prägt. Karim, du hast, eine deiner Kerntesen ist, je mehr KI mitdenkt, desto wichtiger wird das selber denken. Was meinst du damit?
Karim Mustaghni: Ja, absolut. Ich glaube, das zu erklären, wenn wir uns jetzt KI anschauen und vor allem in Retros Perspektive zu Neugierde und kreatives Denken, KI übernimmt mehr und mehr Elemente des eigenen Denkens. Aber was wir halt vor allem brauchen ist in einer Welt, wo Denken optional wird, ist zu wissen, wie können wir eigentlich unser eigenes Denken weiterhin supporten, sodass es nicht ausstirbt. Wenn man man einigen Studien anschaut, heißt das, Leute die ganze Zeit nur KI nutzen. war in einer Studie der Fall. Deren Gehirn-Brain-Activity ist 55 Prozent gesunken. Das heißt, wenn du selber weniger denkst, kann es dazu führen, dass du weniger, ja, einfach komplett abhängig wirst von einer KI. Ich bin ein großer Freund von KI, aber die Frage ist, wie nutzen wir uns zum Griff KI? Und ich glaube, das ist eine wichtige Botschaft aus dem Ganzen. Als Beispiel ... Nehmen wir an, du bist am See und siehst, wie eine Ente den Kopf ins Wasser tut. du fragst dich, warum tut die Ente den Kopf ins Wasser? Vor 25 oder 30 Jahren hättest du wahrscheinlich selber lange drüber nachgedacht. Wärst du vielleicht sogar in die Bibliothek gegangen, um herauszufinden, warum Ente ihren Kopf ins Wasser tun? Mittlerweile kannst du einfach Chagybiti fragen, kriegst die Antwort von binnen von Sekunden. Und diese Antwort geht mir nach hohen Wahrscheinlichkeit ins Kurzzeitgedächtnis und nicht unbedingt ins Langzeitgedächtnis.
Tomas: Mhm.
Karim Mustaghni: Wenn wir uns anschauen, wie Kreativität funktioniert, sehr viel kreatives Denken im Unterbewusstsein. Und damit Dinge im Unterbewusstsein passieren sollen, brauchen wir sehr viele Daten, ähnlich wie bei einem LLM oder einer KI. Aber wenn die Daten immer ins Kurzzeitgedächtnis gehen, selten ins Langzeitgedächtnis, haben wir weniger Daten zur Verfügung. Das heißt, es ist wichtig, Dinge zu lernen, auch aufs Langzeitgedächtnis zu achten, sogar Sachen auch nicht zu lernen bis zu einem gewissen Grad. Wir müssen wieder anfangen, Dinge zu lernen, damit einfach wir genug Daten im Gehirn haben, damit unsere Kreativität freie Laufbahn.
Tomas: Unser Gehirn ist ja von Grund auf faul. Will er eigentlich Kalorien sparen und vermeidet es ja eigentlich gerne neue Synapsen zu bilden, sondern geht er gerne die betretenen Pfade, wenn sie nicht sogar Autobahnen sind, zwischen unseren Gewohnheiten oder durch Gewohnheit ausgebildeten Verbindungen. Wie kann ich mich da am besten davon überzeugen, neue Sachen zu lernen und dann mehr Energie zu investieren?
Karim Mustaghni: Ja, ist eine gute Frage. Das Gehirn ist natürlich sehr auf Effizienz getrieben. Und 20 % unserer Kalorienverbrauch geht auch fürs Gehirn auf. Das heißt, das Gehirn versucht bewusst, überall zu sparen, wo es nur geht. Ich glaube, es ist eine individuelle Aufgabe für jeden Einzelnen in Zukunft, dieses Element selber wahrzunehmen. Ich glaube, ähnlich wie vor tausend von Jahren, als Menschen noch wirklich ihre Muskeln gebraucht haben, und von A nach B zu kommen und Holz selber zu fällen, also wo Muskelkraft wirklich gebraucht wurde. bis es nicht mehr gebraucht wurde. Deshalb ist auch Fitnessstudios irgendwann entstanden. Weil Muskeln ja auch andere Aufgaben haben im Körper. Ich glaube, Ähnliches passiert auch mit dem Gehirn. wir auf Reibung verzichten, was Technologie macht, die macht Dinge einfacher. Früher sind wir vielleicht noch ins Restaurant, jetzt bestellen wir unser Essen nach Hause. Jetzt nutzen wir Chechipiti für Elemente. Alles wird einfacher, aber wir brauchen Reibung, Dinge zu lernen und zu wachsen im Gehirn.
Tomas: Mhm.
Karim Mustaghni: Und ich glaube, diese Reibung muss jeder für sich selber identifizieren, wo er diese findet. Er oder sie.
Tomas: Ja, da sprichst du ein wahres Wort gelassen aus. Ich habe das Gefühl, dass immer mehr Menschen sich davor scheuen, genau diese Reibung in ihrem Leben zu finden. Genauso wie viele, klar gehen viele Leute ins Fitnessstudio, aber natürlich immer noch nicht genügend oder nicht genügend Leute machen Sport und bewegen sich. Das sind einige der großen Herausforderungen, die wir in vielen Gesellschaften, gerade im Westen, hier haben. Ist es deine Theorie, dass wir dann bald Fitnessstudio fürs Gehirn haben? So quasi Sudoku für alle?
Karim Mustaghni: Mit einer hohen Wahrscheinlichkeit, ja, hab so was, nenne ich Creativity Gym, wo man so Kreativitätsübungen trainiert fürs Gehirn. heißt, damit du auch deine Kreativität üben kannst. Aber ich glaube, wir werden mehr mehr Sachen sehen, wo Leute wirklich ihr Gehirn trainieren. In einer Welt, wo viele Dinge automatisiert werden. Ich glaube ... Die Frage wird wirklich sein bei vielen Leuten, möchte man ein gesundes Gehirn? Das ist, glaube ich, gerade jetzt ein neuer Ich Studie rausgekommen vom WEF und von McKinsey, wo es ums Thema Brain Health geht. Eines der Themen, die wahrscheinlich nächsten Jahr massiv wachsen werden, ist genau dieses Thema Brain Health. Wie schützen wir unser Gehirn? Wie nutzen wir es? Wie können wir es supporten? Und das heißt, wenn es jetzt nicht unbedingt das eigene Denken geht für den Beruf, aber für die Gesundheit, dann kann es wahrscheinlich viele Leute dazu reizgeben, mehr zu tun. Keiner möchte Alzheimer und jeder möchte ein gesundes Gehirn auch im hohen Alter haben.
Tomas: überleg gerade, das wäre dann unserer Praxis eigentlich ein super Tipp, die LinkedIn-Beiträge selber zu schreiben und selber Energie da reinzustecken, damit man eben hier das Gehirn auch immer wieder mal anstrengt.
Karim Mustaghni: Ganz genau, ganz genau. Und ich glaube, das wird am Ende auch bei vielen Firmen die Frage werden und für Mitarbeiterinnen und wie schaffe ich es, die Balance zu schaffen, zwischen produktiv zu sein und Dinge schnell abzuarbeiten und gleichzeitig nicht das Denken auszusorgen? Das heißt, wenn ich jetzt nur noch an Promts denke, ohne selber drüber nachzudenken, wird schwieriger. Das heißt, lieber den First Draft oder den ersten Draft selber denken und dann KI als Partner nutzen. Hey, durchdenke doch mal meinen gibt mir zehn andere Denkweisen, dass man das eher so aus dieser Perspektive lernt, wie ein Partner, aber nicht für einen Assistenten, der Dinge nur komplett abarbeitet. Oder zumindest herausfinden, für welche Aufgaben will ich einen, der die Dinge nur abarbeitet und für welche Aufgaben will ich einen Partner, der mich selber beim Denken fördert.
Tomas: Was würdest du vorschlagen? Welche sind Aufgaben, entweder Kreativität oder Produktivität leichter machen?
Karim Mustaghni: Das ist wahrscheinlich immer von Fall zu Fall abhängig, aber mit Sicherheit strategische Fragen. bei euch auch im Business. Wie wollt ihr als Unternehmen euch verändern, einen KI zu nutzen, als Partner Denkweisen anzuregen? Aber wenn es jetzt Aufgaben geht, die jeden Tag die gleichen sind, Abarbeitungsaufgaben, Ahnung, vielleicht gibt es irgendwelche Tabellen, die ausgefüllt werden müssen, wo man nicht unbedingt sehr viel Neues lernt, dann kann man natürlich das nutzen, produktiver zu sein. Aber diese Balance zu finden und aktiv ins Bewusstsein zu kommen, dem Moment zu ich möchte das aktiv das Gehirn trainieren und mein eigenes Denken stärken, das zumindest einmal am Tag zu haben, dieses Bewusstsein dafür wird wahrscheinlich wichtig werden.
Tomas: bist ja selber Künstler. Können da kreative Hobbys wie Malen, wie Fotografieren oder ähnliches helfen?
Karim Mustaghni: das Gehirn zu stärken, meinst du? Auf jeden Fall. Ich müsste jetzt nicht auf irgendwelche Studien eingehen, aber man sieht, wenn man allein schon mit der Hand zum Beispiel schreibt, dass das schon Auswirkungen hat und das Gehirn auch zum Teil trainiert, als wenn man einfach mit der Tastatur schreibt. Das heißt, alle Elemente, dazu befähigen, unser Gehirn in irgendeiner Art Weise zu nutzen, ob es jetzt musikalisch, also ich bin gerade dabei, schreiben liet oder will irgendwas malen, helfen natürlich auf jeden Fall.
Tomas: Ich spreche in dem Zusammenhang oft von connecting the dots in new ways. Was steckt da dahinter?
Karim Mustaghni: Ich glaube, wenn wir uns kreatives Denken oder Kreativität anschauen, Kreativitätsaufgaben und Übungen, als Beispiel, eine Kreativitätstest ist, was kann man alles mit Ziegelsteinen machen. Als Beispiel geht es darum, herauszufinden, wie viele Art und Weise könnte man nutzen, Ziegelsteine zu nutzen. Also ein Haus zu bauen, ist zum Beispiel als Türstopper zu nutzen. Und durchnünftige Kreative kommen auf so sieben bis acht Antworten pro Minute. Die Top-Kreative kommen auf über 20 Antworten. Was man jetzt in den
Tomas: Das heißt, lieber Hörer, liebe Hörerin, du willst, mach jetzt mal Pause bei dem Podcast und überlege dir mal, auf wie viele Ideen du kommst in zwei Minuten, was du mit Ziegelstein machen könnte. Bei mir wäre es jetzt noch eine schnelle Zahnentfernung.
Karim Mustaghni: Ganz genau. Genau. Und dann guckt man natürlich auch, wie originell sind die Ideen. Also Quantität und Originalität. Also, verschiedene Ebenen kann man sich an anschauen bei diesen Kreativitäts-Tests. Aber man hat in Studien gesehen, dass KI auf bis zu 90 Prozent ähnliche oder sogar bessere Antworten kommt. Nicht bessere, aber ähnliche, häufige Antworten kommt wie Menschen. Aber die letzten fünf bis zehn Prozent, wo es originelle Ideen geht, ist immer noch der Mensch im Vorteil.
Tomas: Mhm.
Karim Mustaghni: Ich will keinen Wettbewerb ausrufen zwischen Mensch und KI, weil die nächsten Jahren KI-Entwicklungen werden massiv zunehmen. Aber glaube, das originelle Denken ist eine Ebene, die Menschen unterscheidet, bis zu einem gewissen Grad. Und das Zweite ist, KI kann nicht so gut entscheiden, ob eine Idee den Zeitgeist trifft oder nicht. Es kann nicht unbedingt kuratieren. Die Kurativfähigkeit, die Galeristen zum Beispiel haben, ist eine sehr wichtige. Oder der ehemalige Chief Conden Officer von Netflix.
Tomas: Mhm.
Karim Mustaghni: Der hatte mal, ich glaube, über sieben, acht Jahre in einer Videothek gearbeitet und sich alle Videos angeschaut, die da dort waren. Und wenn Kunden zurückkamen und ihnen mitgeteilt hat, was für eine Film sie gerade geschaut haben, dann hat direkt gesagt, hey, würde wahrscheinlich dieser Film auch gefallen. Das heißt, Zeitgeist, ein Gefühl für Zeitgeist als Skill hat sich entwickelt über diese massive Erfahrungsschatz von der Person. Das heißt... Das ist auch wichtig, wenn wir Wissen haben über Elemente, dann können wir auch so eine Art Zeitgeist entwickeln.
Tomas: Ja, am Ende des Tages ist ja auch die Entscheidung. Nur weil ich viele vermeintlich kreative Vorschläge habe, weiß ich ja noch nicht, für was ich mich in meiner spezifischen Situation entscheiden sollte. Sei es jetzt irgendwie familiär oder sei es strategisch im Unternehmen oder eben taktisch im eigenen Job.
Karim Mustaghni: Ja, absolut.
Tomas: Ich versuche mal ein bisschen Ordnung in mein Gehirn jetzt reinzubringen. Wir sprechen von Neugier, wir sprechen von Kreativität. Wie hängen die beiden Dinge zusammen?
Karim Mustaghni: Ja, wenn ich von originellem Denken rede, rede ich sogar von drei Skills, die meiner Meinung nach sehr wichtig sind. Es ist eine Neugierde, zweite ist Kreativität und dritte ist Kollaboration. Das heißt, diese drei Elemente werden in Zukunft wahrscheinlich noch wichtiger werden oder im Englischen die drei Cs, Curiosity, Creativity und Kollaboration. Neugierde ist so der Urmotor für alles. Wenn wir neugierig sind, dann stellen wir Fragen, sind neugierig bei Personen, mit denen wir uns beschäftigen, die wir treffen. Und ich unterscheide Neugierde, um jetzt nicht die Fachbegriffe zu nennen, ... zwischen tiefer Neugierde und breiter Neugierde. Tiefer Neugierde ist zum Beispiel ... all dein Wissen, was du jetzt im Growth Marketing aufgebaut hast oder weißt. Das heißt, du hast ja unfassbar viel Wissen dort aufgebaut. Oder jetzt in Personal Branding. Oder in Corporate Influencer Programmen. Das heißt, du kannst dir vorstellen, wie so Eisberge ... ... von Wissen, die du gesammelt hast. Das ist deine tiefe Neugierde in verschiedenen Bereichen. Breite Neugierde in dem Fall wäre, du, keine Ahnung, du bist beim Friseur und interessierst dich jetzt plötzlich auch für die Art und Weise, der Friseur oder die Friseurin die Haare schneiden fragst. Hey, was für Haartechniken nutzt du eigentlich? Wie deine Schere kostet 2000 Euro? Und dann lernst du plötzlich Informationen zu einem Feld, womit du noch keine Berührungspunkte hattest. Wenn wir jetzt Kreativität anschauen, nehmen wir an, als Beispiel die Firma Nike. Die hatte einen Riesen Breakthrough in den 60er, 70ern. Also Bill Bauer, am war eines der Mitgründer von Nike. Der saß am Esstisch mit seiner Frau und sie haben Waffeln gemacht. Und er war ein passionierter Läufer und dann war passioniert, seine Läufer immer schneller zu machen, alles zu überlegen, was für neue Techniken, neue Schuhmaterialien kann ich nutzen, damit meine Läufer schneller werden. Das war seine tiefe Neugierde. Und als er
Tomas: Mhm.
Karim Mustaghni: Als dieser Waffeleisen aufgemacht wurde, er für einen Moment gesehen, Moment mal, was wäre denn, wenn ich die Innenfläche von dem Waffeleisen nehme und unter die Schuhe packe? Und dann sind die Nike Waffeltrainer die ersten Nike Schuhe, mit denen auch einige seiner Läufer Goldmedaillen gewonnen haben. Und das ist ja breite Neugier. Der hat sich für einen Moment geöffnet zu Waffeleisen.
Tomas: Mhm.
Karim Mustaghni: Und mit dieser Offenheit durch die Welt zu gehen, ist, glaube ich, sehr wichtig in Zukunft, originell denken zu können. Das heißt, haben Neugierde, die Tiefe, wir aufgebaut haben, aber vor allem müssen wir uns auch breit öffnen für alle möglichen Ebenen. Wir haben Taxifahrer-Fragen zu stellen oder beim Friseur. Und die Kreativität aktiv zu trainieren über Kreativitätsübungen. Und das dritte ist Kollaboration. Wie arbeiten wir mit anderen Menschen zusammen und dann mit einer KI? Das heißt, wenn wir diese Skills gut vereinen ... dann haben wir eine echt gute Chance, weiterhin originelle Ideen zu entwickeln.
Tomas: Daher auch bisschen Connecting the Dots, dass ich einfach neugierig bin auf anderen Felder, die nichts mit meinem Feld zu tun haben, zu gucken, vielleicht ergibt sich die Gelegenheit doch etwas aus diesem neuen Feld mit meiner Fachexpertise zu verbinden und dadurch auf Lösungen zu kommen.
Karim Mustaghni: Ganz genau, ganz genau. Und das, weil man hat Leute, oft sehr tiefe Neugierde haben für ihr Feld, aber sich nicht mit dem neuen, in anderen Fächern öffnen, wie Ballett oder so oder Quantenbiologie. Und wenn du sich aber öffnest, dann kannst du wirkliche Breakthroughs haben, kreative Breakthroughs oder Innovationen, die wirklich sehr etwas verändern können. Weil die Wahrscheinlichkeit, wenn du jetzt einen anderen Person triffst, die ähnliche Fähigkeiten hat wie du, Thomas, was wahrscheinlich unwahrscheinlich, aber Nehmen wir an, du würdest eine andere Person treffen, die eine Expertise hat in ähnlichen Bereichen wie du, dann würdest du vielleicht so 10 Prozent Neuerungen sehen und sagen, cool, das könnten wir noch verbessern im Marketing oder das. Aber wenn du jetzt einen Schafshirten triffst auf ein Dinner, bei einem guten Glas Wein und ihr verbringt drei, vier Stunden darüber zu philosophieren, wie er, keine Ahnung, seine Schafsherde durch die Berge führt, wo auch immer, dann lernst du ja ein unfassbar neues Wissen, wo du plötzlich Elemente hast,
Tomas: Mh.
Tomas: Mmh.
Karim Mustaghni: Das ist ja auch eine Art Marketing, ich die Schafe irgendwie von links nach rechts bringe. Und vielleicht kannst du da eine Art Situation haben, was zu einem echten Breakthrough führen kann, so ähnlich wie bei Nike.
Tomas: Ich erinnere mich gerade an zwei Episoden von Big Bang Theory, wo es bei beiden Quantenphysik ging und dass er diesen diese Person, diesen klassischen Nerd in Sheridan Cooper, der einfach der Quantenphysiker ist und der nicht viel sonst macht, außer eben Physik und ein bisschen Videospiele. Und bei beiden Male steht er eigentlich von der großen Frage in seiner Fachexpertise und bei beiden Male kommt eine Assoziation aus einem vollkommen anderen Feld dazu, zum Beispiel mit einer schiefen Fliege, die nicht synchron, nicht symmetrisch ist und auf einmal hat er dadurch diesen Heureka-Moment, weil er genau diese Dots in dem Moment verbunden hat. Das geht in die Richtung, oder?
Karim Mustaghni: Ganz genau, sehr, gutes Beispiel. Es war eine wirklich gute Serie, muss ich dazu sagen.
Tomas: Das war eine gute Serie, ja? Kann man sich die mal angucken. Manchmal schenkt mir die Bahn noch ein paar Minuten extra und dann gönn ich mir noch hier und da die eine oder andere Episode. Collaboration ist dritte C. Da sagst du schon zu Recht ja auch mal Input von Menschen, die nicht in deiner Fachexpertise sind. Kann KI, kann ich auch mit KI kollaborieren? Kann das auch so ein sparring-denkpartner sein?
Karim Mustaghni: Na ganz genau. Sehr gut.
Karim Mustaghni: Absolut, das meine ich vorhin, bei strategischen Fragen, deine eigene Denkweise in Frage zu stellen und zu hey, was denkst du davon? Versuch, eigene Denkweise kaputt zu machen und zeig mir zehn andere Denkweisen, Beispiel, dass du eigenes Denken fast ein bisschen in Frage stellst, dich selber bisschen auf neue Ideen zu bringen, auf neue Perspektiven. Oder manchmal kollaboriere und sage, hey, denk ...
Tomas:
Karim Mustaghni: Wie Pharrell Williams, was würde er denn sagen zu meiner Idee? Aus welcher Perspektive würde er auf Ideen draufgucken? Das heißt, auf jeden Fall können wir auch mit KI kollaborieren. glaube, Kollaboration auf einer menschlichen Ebene ist etwas, was noch sehr unterschätzt wird, weil die wenigsten Leute sind gut darin, mit anderen zu kollaborieren. Meistens aus zwei Gründen. fehlt, sie glauben, die andere Person denkt ja ähnlich wie ich.
Tomas: Mh.
Tomas: Ja.
Karim Mustaghni: Aber in den meisten Fällen sind Leute sehr unterschiedlich. Wenn ich jetzt mit jemandem kollaboriere, der als Beispiel fünf Stunden aus dem Fenster guckt, ist ein Freund von mir Neurowissenschaftler, einfach über sein eigenes Denken zu reflektieren. Und wir würden nicht vorher darüber reden, wie wir arbeiten. Und ich würde ihn dann sehen, der kollaboriert mit ihm, fünf Stunden aus dem Fenster guckt, dann hab ich gedacht, irgendwas stimmt hier nicht. Aber wir müssen vorher ein Framework setzen, wie wir miteinander arbeiten wollen, Klarheit
Tomas: Der schafft ja nix.
Karim Mustaghni: in der Kollaboration und Kohärenz hinzukriegen. Klarheit ist, wie wir arbeiten, das heißt, ein paar Punkte zu haben, die elementar sind, und dann zu gucken, ist das Verhalten auch kohärent? Wenn Klarheit und Kohärent nicht vorhanden sind, dann ist die Kollaboration in meisten Fällen zum Scheitern verurteilt.
Tomas: Mhm.
Tomas: Das heißt, ich muss die Spielregeln vorher definieren und auch fragen, wie denkst du, wie arbeitest du? Und wir lassen es an den Meilensteinen Prinzip regelmäßig treffen.
Karim Mustaghni: Und dann
Karim Mustaghni: Ganz genau. meine, wir sind ja beides Fußballfans und große Fans von Eintracht Frankfurt. Mit der Hoffnung, dass sie auch dieses Mal noch gut abschneiden. Aber selbst wenn man ein Fußballspiel anschaut, gibt es ja Regeln abseits, wenn der Ball ins Aus geht, Einwurf oder Ecke. Das sind ja Regeln, die festgelegt wurden, wie wir miteinander kollaborieren oder in dem Fall spielen. Und wenn wir mit anderen Leuten zusammenarbeiten,
Tomas: Gelegentlich, Diese Woche nicht so sehr.
Karim Mustaghni: brauchen wir auch ein paar Regeln, herauszufinden, wie arbeiten wir eigentlich zusammen, damit wir es besser rausholen können. Und es hilft auch noch auf einem anderen Perspektiv, das noch zu zu ändern zu bringen. Creative Drive und Creative Belief. Das heißt, wenn ich sage, hey, ich arbeite jetzt mit dir, Thomas, an einem Projekt und ich sage, ich habe Creative Belief in deinen Fähigkeiten in den bestimmten Bereichen und du bringst mit, du kommst ein paar Wochen zurück mit einer neuen Idee und ich sage, das ist ja Bullshit. Dann kann es passieren, da du ja weißt, dass ich. kreatives Vertrauen, also Creative Belief in dir habt, dass dein Creative Drive nicht verloren geht. Du machst weiter und kommst dann wieder zurück. Hätten wir es nicht abgesprochen, es sein, dass du dich verletzt gefühlt haben könntest von mir, weil du denkst, okay, wieso sagt das Karim jetzt? Es sind so ein paar winzige Elemente, die aber einen riesen Impact haben.
Tomas: Absolut.
Tomas: ist ja eine Führungsaufgabe.
Karim Mustaghni: Auf jeden Fall. Ja, auf jeden Fall. Also ich glaube auch viele Leute, jetzt, keine Ahnung, bestimmte Dinge studieren, BWL, was auch immer, man redet ja nicht so oft über menschliche Skills, wie wir mit Menschen umgehen, was für Elemente sind wichtig, der mit Leute in einem Creation-Modus ist und nicht mit Überlebensmodus. Das heißt, wie schaffen wir einen Raum, eine Kultur von psychologischer Sicherheit, wie Google in den Studien herausgefunden hat, die am wichtigsten ist. Wenn wir diese Elemente klarziehen, so ein paar Elemente wie Klarheit und Kohärenz, dann kann man so eine Kultur auch aufbauen. Also nicht nur eins zu eins, sondern für eine ganze Unternehmenskultur.
Tomas: Wir heißen ja nicht umsonst hier Schaffensgeist. Das ist ja unser Podcast sozusagen und das natürlich ein wichtiges Thema für uns selber als auch für unsere Kunden. Karim, vielleicht kannst du uns ein paar Ideen geben, wie ich es als Führungskraft schaffen kann, diesen explorativen Geist in mein Unternehmen zu lassen und diese psychologische Sicherheit, die für Kreativität auch notwendig ist, zu etablieren.
Karim Mustaghni: Ja, das ist eine sehr spannende Frage. könnte jetzt auf unterschiedliche Facetten runterbrechen. Aber ich glaube, ich würde bei einem erst mal anfangen, beim Thema Neugierde. Mitarbeiterinnen schauen vor allem, was machen Führungskräfte selber? Leben sie Dinge vor? Das heißt, nehmen wir an, ich glaube, bei Netflix war das immer so, da hatten sie einen Kulturbaustein, hieß es, jeder kann so viel Urlaub nehmen, wie er oder sie möchte. Am Ende haben die meisten mit aber nur zwei Wochen Urlaub genommen, statt vorher vier. Und als dann erst die Führungskräfte angefangen haben, sechs bis sieben Wochen Urlaub zu nehmen im Jahr, haben auch die Mitarbeiter angefangen, so viel Urlaub zu nehmen. Das heißt, man schaut auf das Verhalten von Führungskräften auf der einen Ebene und wie wir sagen, hey, wir wollen jetzt mehr exploratives Denken, wir wollen mehr Neugierde, aber die Führungskräfte zeigen gar keine Neugierde in den Mitmenschen, stellen keine Fragen. Dann werden wahrscheinlich auch die Mitarbeiter wenig Fragen stellen. Das heißt, es fängt immer von oben an. als erstes selber Neugierden, exploratives Denken vorzuleben. Wenn man das erst mal geschafft hat, dann kann man sich auf dieses Thema Kultur beschäftigen und überlegen, wie baue ich jetzt Kulturbausteine, die möglichst viel Klarheit kreieren? ein Kulturbaustein wäre, haben wir Klarheit über das bekannteste wahrscheinlich Werte, über Purpose, über unsere Meeting-Struktur? Wie machen wir Meetings? Haben wir Klarheit über unsere Arbeitsprinzipien arbeiten ja am Wochenende, arbeiten wir nicht. Das heißt, wir haben ungefähr 30 verschiedene Kulturbausteine identifiziert, ähnlich wie so Lego-Bausteine, die eine Kultur darstellen. Da Klarheit zu kriegen, wäre der erste Schritt. Der zweite Schritt wäre dann zu gucken, wie ist das Erlebnis der Mitarbeiter bei diesen einzelnen Kulturbausteinen. Kann man auch einfach ein Survey machen und man erkennt sehr schnell, ah, da stimmt irgendwas nicht, das ist nicht kohärent. Beispiel. Arbeitsprinzipien sind, wir arbeiten am Wochenende nicht. Aber wenn der Boss jetzt nicht einmal, aber zwei- oder dreimal am Wochenende die Mitarbeiter anruft und sagt, hey, mach die Prise fertig für Montag, dann ist da keine Kohärenz. Und wir müssen dafür sorgen, dass da Klarheit und Kohärenz herrschen als Basis, damit wir dann genau das ausleben können.
Tomas: Mhm.
Tomas: Sehr, sehr spannend. Vorbildfunktion Nummer eins, Wertebausteine Nummer zwei. Ich habe noch ein Gegenbeispiel für exploratives Denken. Habe ich zumindest manchmal das Gefühl, viele unserer Kunden, wenn es die Kreation von LinkedIn-Beiträge geht, die sind dann gleich sehr, sehr explorativ unterwegs und finden Gründe, warum der Beitrag, warum er ihn nicht posten sollte. Was sagen die Kunden? sagen die Mitarbeiter? Was sagen die Führungskräfte? Was sagt Mama? Und schubst, landet das Ding wieder in der Schublade und sieht nie mehr das Licht der Öffentlichkeit. Was kann ich denn tun, sowohl für mich selber als auch in meinem Unternehmen, das konstruktiver zu gestalten und nicht so eine gute Idee zu zerdenken?
Karim Mustaghni: Kannst du die Frage vielleicht noch mal anders formulieren?
Tomas: Ja. Was mache ich mit meinem internen Kritiker? Was mache ich mit den negativen Stimmen, die mir eine vielleicht gute Idee ausreden, sie weiter zu verfolgen?
Karim Mustaghni: würde mir noch mal helfen, kurz beim Denken.
Karim Mustaghni: Verstanden. Das ist natürlich eine sehr gute Frage. ich glaube, wenn du erst mal in einem Unternehmen bist mit einer Kultur, auf psychologischer Sicherheit aufgebaut ist, du Selbstvertrauen hast, hey, Fehler zu machen, ist in Ordnung, ist Teil des Kreationsprozesses, dann gehst du gar nicht in diesen Perfektionismus-Mode rein. Wenn du es jetzt intern postest, wenn du auf LinkedIn postest, sind natürlich noch andere Akteure dabei, die nicht Teil deiner Unternehmenskultur oder deines Unternehmens sind.
Tomas: Mhm.
Karim Mustaghni: Aber ich glaube, in dem Moment, wenn du denkst, ein Post ist perfekt und du postest, dann ist es wahrscheinlich schon viel zu spät. Manchmal hilft es einem, bei 80, 20 zu bleiben. 80 Prozent, hey, es liest sich gut, es sind Gedanken, die gut klingen. Und ich meine, am Ende des Tages postest du es, und das ist das Schlimmste, passieren kann. Wenn jetzt jemand ... Also, wenn der postet, natürlich nicht irgendwie Kritik, er übt auf unterschiedlichen Leveln. Aber ich glaube ... Öfters zu posten, auch, diesem Muskel ein bisschen in den Mut zu kommen, Mut zu generieren und keine Angst zu haben. Und ich glaube, je öfter man postet, desto weniger hat man auch irgendwann Scham, Fehler zu haben im Posten. Das macht es ja auch ganze menschlich, vor allem in der Welt, wo so viele Posts auch KI generiert sind und man das Gefühl hat, man immer dasselbe. Ist es wahrscheinlich sogar förderlich, manchmal auch mal paar Fehler drin zu haben.
Tomas: Mhm.
Tomas: Also öfter machen, Mutmuskel trainieren und dann gleichzeitig Kreativitätsmuskel auch mit trainieren.
Karim Mustaghni: Ganz genau.
Tomas: Sehr schön. Es gibt Studien, sagen auch, Diversität wäre wichtig gerade für Kreativität. Das heißt, dass Teams mit Menschen aus verschiedenen Altersstufen, sozialen Gesellschaftsschichten, Herkunftsländern, Religionen auch dafür sorgen können, dass Teams mit kreativeren Lösungen die Ecken kommen. Woran könnte das liegen?
Karim Mustaghni: Ähm, unterschiedlichste Facetten, die wir uns mal kurz anschauen können. Zum Beispiel, wenn jetzt jemand Arabisch spricht und jemand anderes Deutsch, dann ist schon im Gehirn, kannst du schon sehen, dass das Gehirn fast anders aufgebaut ist. Die Synapsen sind in ganz anderen Stellen. Es gab eine Studie, es gab zwei, da ging es die Frage, eine ähnliche Frage, wie was kann man mit dem Zirkusstein machen? Aber die kamer später. Und zwar gab es drei Gruppen, die eine sprach nur Deutsch, die andere sprach nur Spanisch und es gab eine, die Deutsch und Spanisch konnte und Englisch konnten alle wissen. Und die Frage war, welche Adjektive assoziierst du mit dem Wort the moon? Und da hatten die, Deutsch sprachen, so was geschrieben wie groß und stark. Die Spanier haben dann so was aufgeschrieben wie elegant und schön und die, Deutsch und Spanisch sprachen, haben alles mögliche aufgeschrieben, also sehr unterschiedliche. Und danach hatten sie die Frage, was kann man Ziegelschein machen? Und die Gruppe, Deutsch und Spanisch konnte, die kam auf viel mehr Antworten, quantitative wie qualitativ, von den Ideen her. Und eines der Gründe für diese, das ist, wenn man sich das deutsche Wort The Moon anschaut, der Mond, der Artikel ist maskulin. Und im Spanischen La Luna ist der feminin. Das heißt, wir haben schon eine eine Vorauswahl von Adjektiven einfach basieren auf dem Artikel. Das heißt, jemand, mehrere Sprachen spricht wie Deutsch und Spanisch, das heißt, die Artikel sind nicht mehr feminin oder maskulin beim Wort, der denkt einfach in ganz anderen Ebenen, denkt viel vernetzter. Und das ist so bisschen spannend. Und das hat man auch gesehen, wenn man russische Künstler anschaut, das ist deutsche Künstler beim Begriff Sünde. Die Sünde in 80 Prozent der Fällen bei deutschen Künstlern ist
Tomas: Mhm.
Karim Mustaghni: Die Sünde feminin, also weiblich dargestellt in der Kunst. In der Russischen, ich glaube, bei der Russischen ist es männlich dargestellt, weil der Artikel männlich ist. Das heißt, wenn du verschiedene Sprachen sprichst, dann hast du nicht mehr, dann springst du zwischen Elementen und du denkst viel assoziierter. Wenn es Sprachen sind, die natürlich unterschiedliche Artikel haben. Es gibt ja auch welche, gar keinen Artikel haben, aber es hilft. Sprache ist eine Unterschiede, Erfahrung, Schätze.
Tomas: Mhm.
Tomas: Ach ja.
Karim Mustaghni: Alter natürlich, wenn du aus ganz unterschiedlichen Altersregionen hast. Das alles hilft, andere Perspektiven reinzubringen. Aber, und jetzt kommt das Wichtigste, damit Diversität in einem Unternehmen funktioniert, für echte Innovationen, braucht es eine unfassbar starke Kultur von Klarheit und Kohärenz, psychologische Sicherheit auszulösen. Das heißt, wenn die Leute sich sicher fühlen, dann können sie ihre unterschiedlichen Perspektiven reinbringen ohne Charme und können neue Ideen entwickeln. Aber dafür muss das halt gegeben sein. Sonst... endet das wahrscheinlich in Anarchie.
Tomas: Ich überlege gerade, ob man den Bogen spannen kann zur Diversität und auch mit KI, ob das KI nicht auch ein neuer Mitarbeiter mit ganz speziellen Kenntnissen und Fähigkeiten ist und wie mit diesem neuen Mitarbeiter darum geht.
Karim Mustaghni: Das ist eine sehr gute Pest-Wirk, die wir ja könnte sein, ja.
Tomas: Weiß ich nicht. Aber es ist ja Prinzip ähnlich, weil Dufin gesagt hast, man muss sich genau überlegen, welche Aufgaben ich delegieren möchte, automatisieren möchte von der KI, Stichwort Agenten, und welche ich eigentlich lieber selber machen möchte, vielleicht mit einem kleinen Stupser oder mit guten Fragen von der KI. Karim, ich hab vorhin aufgelistet, du hast ja auch selber ganz viele Rollen in deinem Leben. Für welche nutzt du denn KI, in welcher Art und Weise? Wo sagst du vielleicht auch manchmal, Gottes Willen, da lass ich die Finger davon, that's me.
Karim Mustaghni: Ganz genau.
Karim Mustaghni: Ich hab zum Beispiel so ein Hobbyprojekt, an dem ich seit fünf Jahren dran bin seit Corona. Und zwar schreibe ich an einem Buch, an einem Roman. Also einfach in Roman, Geschichte. Und ich bin froh, dass ich 2020 gestartet habe, das Buch zu schreiben, weil ich das auch per E-Mails mir selber geschickt hab, einzelne Kapitel und Google Drive. Das heißt, ich hab zumindest ein Gefühl ... Beweis, dass das Buch schon angefangen hat, vor KI. Das heißt, der Schreibstil ist zumindest safe auf der Ebene. Ich habe gemerkt, wenn ich selber schreibe, dann ist meine... Also, an den Anfangen von KI, als ich benutzt habe, habe ich gemerkt, wenn ich Leuten irgendwas geschrieben habe, ich habe öfters KI genutzt, dass ich selber nicht mehr richtig gut gedacht habe. Für mein eigenes Denken, Schreiben, unfassbar wichtig.
Tomas: Mmh.
Karim Mustaghni: Das heißt, wenn ich über Gefühl spreche oder eine Emotion etwas spüre und ich versuche, das über eine KI abzubilden, dann kann es nie das widerspiegeln, was ich wirklich empfinde. In dem Roman geht es sehr viel Gedichte und Emotionen und Gefühle. Ich finde, deutsche Sprache ist unfassbar schön, Gefühle darzustellen, weil man einfach Worte zusammenbringen kann, neue Worte kreiert, wie so Lego.
Tomas: Mhm.
Karim Mustaghni: Und man kann Dinge auf einer Ebene, genau, Schaffensgeist, ganz genau, man kann auf einer unfassbar schönen Art Weise neue Welten kreieren. Und ich habe gemerkt, diese Welten zu kreieren, braucht es aber Schreiben als Handwerk. Das heißt, wenn ich täglich selber schreibe, erst selber denke, dann denke ich besser und dann kann ich auch diese Welt besser beschreiben. Aber je mehr ich outsource, desto weniger gut kann ich in diesem Falle Romane schreiben, weil
Tomas: Schaffensgeist.
Karim Mustaghni: Es in einer Art Weise die Gefühlsebene der Charaktere darstellt, die nicht unbedingt die sind, wie ich sie empfinden würde.
Tomas: Weil man schneller ins Klischee abrutscht, vermutlich.
Karim Mustaghni: Ganz genau. Ja, genau. Es basiert auf Daten von vielleicht erfolgreichen Romanen oder auch nicht erfolgreichen und dann ist es sehr schnell, klingt es sehr schnell nach etwas, was schon da ist. Und ich glaube, wenn Sprache sehr schnell gleich klingt wie alle anderen, dann verliert es etwas, etwas, was uns sehr menschlich macht und verbindet.
Tomas: Ja.
Tomas: Ja. glattgezogen.
Tomas: ist ein guter Punkt. Ich stelle es für mich auch ganz oft fest, dass wenn ich eine Aufgabe mit KI erledigt habe, dann ist sie mutmaßlich etwas schneller erledigt, aber ich fühle mich danach unbefriedigt. Selbst wenn ich es mir groß und fett auf eine To-do-Liste geschrieben habe und dann streiche ich das durch vor der Laden, dann denke mir trotzdem, hm, es ist nicht so das Gleiche, wie wenn ich es zum größten Teil zumindest selber gemacht hätte. Klar, Produktivitätstools gab es vorher auch schon, Rechtschreibung, Kramatik, Tesaurus bleiben wir am Thema schreiben zum Beispiel. Aber nicht des Zutrotz ist das auch immer wieder mal für mich auch immer ein Abwägen, tagtäglich tatsächlich. Was sollte, was kann ich machen oder was kann die KI machen und was sollte die KI machen? Manche Dinge versuche ich auch zu sagen, ne, das mache ich jetzt lieber mal selber.
Karim Mustaghni: Das ist eine Frage, die ich auch habe, mit der ich mich selber beschäftige, im Sinne von, was gibst du ab, was gibst du nicht Vor allem wenn Deadlines aufkommen und Hilf KI unfassbar bei Research. Das heißt, wenn ich jetzt Vorträge halte und ich muss in kurzer Zeit verstehen, wie funktioniert diese Industrie, weil ich einen sehr, ich habe Kunden in sehr unterschiedlichen Industrien. Ich hatte Kunden von Pferdemarktplatz zu
Tomas: ...
Karim Mustaghni: Energiekonzernen, also sehr unterschiedliche zu Prothesenhersteller. Und ich kann natürlich ja nicht ganze Bücher lesen, jedes Mal, wenn ich nur für eine Kino, für 45 Minuten bei einem Kundenbinars spiele. Wenn ich für längeres Projekt bin, das was anderes. Aber da hilft mir nicht, KI so ein Gefühl zu geben, was für einer Welt bewegt sich gerade dieses Unternehmen, was für Herausforderungen hat sie gerade, was passiert da. Und wenn ich das so ein bisschen abspeichere, okay, das ist jetzt mal eine breite Neugierde. womit ich da reingehe und ich habe meine tiefe Neugierden, Unterschiede und Ebenen und ich lese sehr, sehr viele Bücher, dann kann ich KI sehr, sehr gut nutzen als Partner fast für Research Assistant. Aber wenn ich jetzt die Texte schreibe als Research Assistant, kann ich KI sehr gut. Genau, genau. Aber wenn ich jetzt selber Dinge schreibe, merke ich, dass es die KI dafür viel besser geeignet ist, selber erst zu denken, selber zu schreiben und dann die KI zu nutzen auf grammatische Elemente oder so.
Tomas: Bitte für was?
Tomas: Mhm, sehr gut. Karin, was geben wir unseren Kindern mit? Für die ist es ja noch verführerischer, alles von der KI beantworten zu lassen und den Ehrgeiz da selber nachzudenken, ist ja bei vielen noch... warum? Gerade wenn es von der Schule gefordert wird, im Prinzip, die Lösung und der rechten Weg absolut nachträglich ist. Wie macht man das?
Karim Mustaghni: Ja, das ist eine sehr gute Frage. Ich hatte vor, ich glaube, ein, zwei Jahren ein Bild gesehen, ich weiß nicht, ob das ein Fake-Bild war oder nicht, von Demos, als der Taschenrechner, ähm, ja, äh, da, äh, also, als der Taschenrechner kreiert wurde oder zumindest in den Unis und Schulen zur Verfügung gestellt wurde. glaube, in den 70ern oder so, was war das? Ich weiß es nicht ganz genau. Und ich dachte, wow, Leute demonstrieren, weil es einen Taschenrechner gibt, und die Gefahr groß ist, dass
Tomas: Mmh.
Karim Mustaghni: das eigene Denken komplett jetzt nicht mehr gebraucht wird, zumindest für Mathematik. Wir haben jetzt natürlich ein Tool oder etwas kreiert, vielleicht kann man nicht mehr Tool sagen, sondern etwas kreiert, einfach als künstliche Intelligenz, die unter eigener Intelligenz lebt und wahrscheinlich in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten auf eine Art und Weise intelligent ist, die wir uns gar nicht vorstellen können. Künstliche Intelligenz Infrastruktur wird, dann könnten wir vielleicht über
Tomas: Mhm.
Karim Mustaghni: über Intelligenz anders nachdenken. Es ist ähnlich wie Strom. Es ist überall verfügbar. Intelligenz. Und wir müssen lernen, herauszufinden, wie wir mit dieser Intelligenz umgehen. Was es jetzt mit den Kindern zur Folge hat, ich würde wahrscheinlich Kindern sehr stark raten, sehr tief in ihre Neugierde zu gehen, zu gucken, was interessiert sie wirklich. der Tiefe. Nicht nur auf einer breiten Neugierde, wo man nur durch verschiedene Sachen die ganze Zeit zappt, wie früher am Fernseher.
Tomas: Mhm.
Karim Mustaghni: Aber diese tiefe Neugierde zu entwickeln und vor allem als Eltern auf Fragen zu stellen, hey, was macht dich denn neugierig? Oder wenn Kinder mit Fragen kommen, wo sie eine Antwort wollen, dann auch mal zu sagen, hey, was denkst du denn, die Beobachtungsgabe und die Skill zu fördern? Das heißt, es ist ein sehr wichtiger elementarer Austausch zwischen Eltern, Lehrern, Professoren und vielleicht auch den Geschäftsführern von Unternehmen, wo sie arbeiten. Also Kindern.
Tomas: Mhm.
Karim Mustaghni: sind ein bisschen älter, aber glaube generell einfach alle Leute, die etwas zu tun haben mit dem Großziehen von Kindern, dass alle wissen, wie wichtig es ist, Kinder zu fördern beim eigenen Denken und bei ihren eigenen Neugierde. Ich glaube, ein Gedanke, ich noch hatte, bin ich so auf meine Schulzeitsrückblicke, dann ging es immer darum, eine richtige Antwort zu finden. Es ging immer die Frage, was ist die Antwort zu XY? Ich glaube, in der Welt, in der wir entlanggehen, geht es eher darum, mehrere Antworten zu ermöglichen. Und ich glaube, die Kinder dahin zu kriegen, dass sie nicht auf eine Antwort getrimmt sind, sondern überlegen, was gibt es für unterschiedliche Antwortmöglichkeiten, kann sehr spannend sein in dieser Welt, wo wir nicht wissen, was sich die Dinge verändern.
Tomas: Ich finde diese eine, was du gerade genannt hast, eine ganz wichtige Frage dabei. Was denkst du? Das gilt sowohl für einen selber, dass man sich vorher noch mal kurz triggert, Gedanken zu machen. Vielleicht ist das sogar eine gute Default-Einstellung für deine KI, dass sie dich vorher noch mal fragt. Gute Frage, Thomas. Was denkst du denn? Aber tatsächlich auch Kinder, öfter zu fragen. Ich meine, ich hätte sogar über eine Trainingsmethode, ich meine, ging Tennistraining, auch gelesen, wo der Trainer auch immer gesagt hat, okay, du hältst ... Der Ball kommt nicht in das Feld, wo hin möchtest. Was glaubst du denn, wo ans liegen könnte? Wie musst du denn deinen Griff ändern?
Karim Mustaghni: Ganz genau. Ja, das ist ein sehr gutes Beispiel. Ja, ja, das ist auch, wenn ich über Leuten beibringen, wie man KI nutzt, ist ein Beispiel. Es gibt zwei Möglichkeiten. Das eine ist, bleiben wir beim Beispiel mit der Ente und dem See. Wenn ich wissen will, warum Ente ihren Kopf ins Wasser tun, dann könnte ich aber auch, also könnte ich auch der KI sagen, hey, ich will wissen, warum Ente ihren Kopf ins Wasser tun, aber gib mir nicht die Antwort sofort, sondern leite mich mit weiteren Fragen hin. Das kann man als Prom schreiben oder wenn man unten
Tomas: Mhm.
Tomas: Mmh.
Karim Mustaghni: Ich glaube, bei JudgePD zumindest, wenn du auf Plus drückst und Tools aussuchst, kannst du Study und Learn aussuchen und dann kriegst du nie die Antwort sofort, du wirst ständig mit weiteren Fragen bombern bei dir und ich glaube, das ist auch super spannend.
Tomas: Ich glaube, gibt es bei Klod auch tatsächlich, dass man dann ein Quiz erstellen kann. Sehr, sehr gute Tipps Karin. Abschließend, was ist denn noch so, gerade bei den Menschen, du in einem Workshop begleitest oder in einer Keynote, was sind dann noch ganz häufige klassische Denkfehler, wenn es ums originelle kreative Denken geht und was machst du den größten Aha-Effekt?
Karim Mustaghni: Ich glaube der größte Aha-Effekt ist auf jeden dass die Leute wissen, dass man kreatives Denken trainieren kann. Das ist nicht eine Gabe, bestimmte Leute haben, sondern man kann es bewusst trainieren. Ich glaube es ist auch spannend zu sehen, wenn man sich diese Kreativitätstests anschaut, dass Kinder, bevor sie in die Schule gehen, mehr Antworten haben, viel kreativer sind als Kinder, die schon in der Schule sind, weil man oft dann unterteilt wird in Okay, das ist Mathe, ist Bio, das ist Deutsch, sind unterschiedliche Bereiche, die haben nichts miteinander zu tun. So war zumindest mein Empfinden. Ich glaube, wenn die Leute verstehen, wir müssen eigentlich unsere Kreativität wieder zurückgewinnen, wir müssen unser vernetztes Denken wieder zurückholen, die Welt ist nicht in Silos eingeteilt, die ist sehr vernetzt. Und das macht so bisschen Kreativitätstraining. Es bringt dich wieder zurück vor deiner Schulzeit, als du noch viel vernetzter gedacht hast. Und ich glaube...
Tomas: Hm.
Tomas: Mhm.
Karim Mustaghni: Diese zwei Elemente haben einen riesigen Effekt. Und wenn man dann noch versteht, wie wichtig Neugierde ist, der offenen ... in Naivität durch die Welt zu gehen, kann unfassbar powerful sein. Also, wenn du einen Kaffee hast mit jemandem und einfach ein paar Fragen stellst, freuen sich die Leute ungemein. Weil oft ist es meistens einseitig, eine Person erzählt über all die Probleme. Und dann fühlt sich der andere wie so Psychologe, der aber keine Rechnung stellen kann.
Tomas: Ja.
Karim Mustaghni: Und dann wird es eine einseitige Beziehung, ähnlich wie bei KI. Weil bei einer KI hat ja auch ... Du hilfst der KI ja nicht unbedingt. KI ist da für dich wie so Psychologe, dir zu helfen bei allem. Aber eine echte Freundschaft oder echte Kollaboration passieren ja, wenn man gegenseitig einander supportet. Und ich glaub, mit einer Neugierde auf Leute zuzugehen, kann viele Dinge zum Positiven bewegen.
Tomas: Mmh.
Tomas: Das ist ein sehr, schönes, fast Schlusswort, ich sagen. Noch eine kleine Ergänzung, ich habe ein paar sehr gute Gespräche vor kurzem geführt, die ich eröffnet habe mit der Frage, warum? Also im Zweifelsfall, wenn du mir das erzählst und du stellst zurück die Frage, warum eigentlich, warum hast du das gemacht oder wie bist du darauf gekommen? Das führt auch zu einem großen Aha-Moment, denn viele Leute sind überhaupt nicht darauf vorbereitet und gleichzeitig, nachdem sie sich kurz mal gesammelt haben, ist die Antwort sehr erstaunlich tiefgründig.
Karim Mustaghni: Das ist sehr wahr, Thomas. das ist ein sehr, guter Punkt. Es gibt sogar Forscher, sich nur mit dem Thema beschäftigen, wie man bessere Fragen stellt. Und man hat zum Beispiel gesehen, allein die Reihenfolge der Fragestellung hat einen riesen Effekt, wie innovativ die Leute denken. Als Beispiel viele Mittelmanager oder Durchschnittsmanager, stellen erst die Frage Wie? Wie kann ich effizienter arbeiten? Wie kann ich noch mehr Kunden haben? Aber wenn du die so top Kreativen und top Innovatoren anschaust, die starten oft mit deiner Frage Warum?
Tomas: In der Regel.
Tomas: Mhm.
Karim Mustaghni: Warum es etwa so wie es ist. Und dann geht es aber in eine weitere Warum-Frage. Und dann kommst du auf einer Ebene von Fragen, die du dir gar nicht vorgestellt hast vorher. ich arbeite eigentlich am falschen Problem. Warum essen wir überhaupt? Ja, weil der Körper Energie braucht. Warum braucht der Energie? Weil Nährstoffe wichtig sind für Muskeln und Organe. Warum? Und irgendwann kommst du Punkt, wo du überlegst, hm, vielleicht könnte ich Energie anders zuführen. Dann kommst du auf ganz andere Denkweisen.
Tomas: Ja.
Tomas: Mhm. Mhm.
Karim Mustaghni: Und die zweite Frage wäre dann nach warum, was wäre, was wäre, wenn ich etwas umstellen würde? Genau. Und dann gehst du ins wie und dann stellst du wie baue ich das? Das heißt, warum? What if? Wie? Oder warum? Was wäre wie? Und dann hast du einen echt smarten Prozess für eine hohe Chance für wirklich kreative, innovative Dinge.
Tomas: Was ist? Ja, geil.
Tomas: Sehr, sehr geil. Übrigens, What If ist auch ein Bombenhook für LinkedIn-Beiträge, wo du einfach mal ein Szenario aufwirfst, wie etwas sein könnte, wie etwas sein sollte vielleicht sogar. Deswegen, Karim, eine letzte Frage noch an dich. schließe gleich daran an. Warum beschäftigst du dich denn nicht so gerne mit diesen Themen Kreativität, Creative Thinking, Neugierde?
Karim Mustaghni: Das ist eine sehr gute Frage. Warum nicht? Nein, ich glaube, wenn ich auf meine eigene Schulzeit zurückblicke, dann habe ich immer das Gefühl, dass analytisches Denken extrem gewertschätzt wurde. Natürlich auch durch bunten Noten. Aber kreatives Denken nicht so gewertschätzt wurde wie analytisches Denken. Und es hat mich immer ein bisschen gepiext, das kreative Denken, ich konnte das nicht in Worte fassen. Wieso funktioniert mein Gehirn so, wie es funktioniert? Warum bin ich kreativ? Wieso kann ich on spot?
Tomas: Hahaha!
Karim Mustaghni: Ich Witz kreieren, ich irgendwas höre, Dinge kreieren. Als ich mich damit beschäftigt habe, habe ich mich gefragt, also zwei Sachen, wie kann ich das Leuten, die sehr analytisch sind und die ich sehr intelligent wahrnehme, wie kann ich denen meine Welt näherbringen? Meine Welt, die einfach sehr abstrakt ist. Und die zweite Frage, die ich hatte vor zehn Jahren, war, da hatte ich zum ersten Mal mit KI, mit Leuten gesprochen, die über KI geschrieben haben und drüber nachgedacht haben, krass. Wenn ich das so weiterentwickelt, was machen eigentlich Menschen in 10, 20 Jahren? Und ich dachte, kreatives Denken wird sie vielleicht unterscheiden von Maschinen in irgendeiner Art und Weise. Und ich glaube, das war der zweite Anspruch für mich, Leuten kreatives Denken oder jetzt mittlerweile originelles Denken näherzubringen. Damit wir einfach wieder dahin kommen, wo wir Menschen am besten aufgehoben sind im Kriieren und nicht im ständigen Konsumieren.
Tomas: Super gut. Karim möge auch diese Podcast-Episode dazu beitragen, dass du auf deiner Mission mehr Erfolg hast. Deswegen packen wir auch alle Links zu dir und rund deine Projekte in die Show Notes. Und ich kann jedem Hörern, jeder Hörerinnen empfehlen, dem Karim zu folgen und bei Gelegenheit auch gerne mal zu einem Vortrag einzuladen. Wir hatten schon das Vergnügen bei unserem letzten Crop Influencer Barcamp. Und ich kann nur sagen, das war von allen Teilnehmern mit das, was am meisten hängen geblieben ist. Deswegen große große Empfehlung hier den Karim mal dazu einzuladen. Karim, dir vielen vielen Dank für deine Zeit, für dein Wissen, für deine Kreativität.
Karim Mustaghni: Vielen Dank Thomas, hat super Spaß gemacht. Bis bald.
Tomas: mir auch. Und lieber Hörer, lieber Hörer, wenn es auch dir viel Spaß gemacht hat, dann lass uns gerne jetzt hier ein Like da, gib uns gerne eine 5 Sterne Bewertung und schick diese Episode doch auch jemandem, der auch ein bisschen mehr Kreativität und Neugier in seinem Leben gebrauchen könnte. Vielleicht ist ja da eine andere gute Tipp dabei gewesen. In diesem Sinne alles Gute, bis zum nächsten Mal, ciao ciao.
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