#228 Corporate Influencer und Newsroom bei Kühne+Nagel
Shownotes
Angela Schmidt verantwortet bei Kühne+Nagel Editorial Content und Social Media für einen Konzern mit über 90.000 Mitarbeitenden. Ihr Team umfasst rund elf Leute. Dass das funktioniert, liegt an einem wöchentlichen Redaktionsmeeting, an wenigen klaren Fokusthemen und an sehr vielen Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen.
Konsolidieren braucht Dialog Über 100 Facebook-Kanäle hatte Kühne+Nagel, als das Team anfing. Ein Jahr hat es gedauert, sie zu einer Marke zusammenzuführen. Angelas Regel: Kein Erklärgespräch ist eins zu viel, auch beim zehnten Mal. Bei einer so großen Zielgruppe hat es jeder höchstens ein- oder zweimal gehört.
Fokustopics geben dir die Erlaubnis, Nein zu sagen Im Editorial Panel sitzen Kommunikation, Marketing, Employer Branding und Sales jede Woche zusammen, abwechselnd in zwei Zeitslots für alle Zeitzonen. Gefiltert wird über wenige Themenhäuser wie Growth und Smart Logistics. Sie sind aus der Unternehmensstrategie abgeleitet und werden mindestens einmal im Jahr überprüft. Gute Geschichten, die gerade nicht passen, werden geparkt.
Content-Pools senken die Hürde, eigene Geschichten sind das Ziel Über BlueShare bekommen Mitarbeitende Videos, Karussells und Textvorschläge. Die Inhalte sind nie eins zu eins vom Unternehmenskanal kopiert. Viele starten mit dem Teilen und schreiben irgendwann eigene Posts. Das entspricht dem japanischen Lernmodell Shu-Ha-Ri: erst nachmachen, dann anpassen, dann der eigene Stil.
Stolz ist der stärkste Treiber Mitarbeitende posten, weil Logistik in jeder Tasse Kaffee steckt und weil sie ihr Team zeigen wollen. Angela vergleicht LinkedIn mit Geschichten an der Bar: Was du dort erzählen würdest, ist authentisch. Den Kundennamen lässt du weg und nennst stattdessen die Branche.
Erfolg zeigt sich im Engagement Follower-Wachstum war bei Kühne+Nagel nie das Ziel. Gemessen wird, ob Menschen Videos zu Ende schauen und durch Karussells swipen. Mit doppeltem Team würde Angela erst einmal pausieren. Dann würde sie prüfen, ob der klassische Unternehmenskanal in Zeiten von KI-generiertem Content noch die richtige Antwort ist.
Du planst ein Corporate Influencer Programm? In 5 Minuten findest du heraus, ob ihr schon soweit seid: https://ci-test.schaffensgeist.com/
Du verantwortest ein Corporate Influencer Programm? Im CIP-Memo schreibe ich alle 14 Tage über das, was in echten Programmen funktioniert. Praxis, Zahlen, Fallstricke. → Hier eintragen: https://www.schaffensgeist.com/cip-memo
Über Angela Schmidt Angela Schmidt ist globale Chefredakteurin bei Kühne+Nagel. Dort hat sie den Newsroom aufgebaut, die Social-Media-Strategie entwickelt und die LinkedIn-Präsenz mit dem Kommunikationsteam auf über 1,5 Millionen Follower gebracht. Seit über zwanzig Jahren arbeitet sie in der internationalen Unternehmenskommunikation, mit Stationen in Deutschland, Nigeria, Ecuador und Kolumbien; heute lebt sie in der Schweiz. Ihr Grundsatz: Ohne Haltung kein Inhalt. Am liebsten ist sie mit dem Motorrad auf Nebenstraßen unterwegs, und die Schilder, die sie dort fotografiert, landen manchmal auf LinkedIn.
Links und Ressourcen
Kühne+Nagel auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/kuehne-nagel/ Shu-Ha-Ri, japanisches Lernmodell in drei Stufen Prof. Dr. Karolin Durst in der LinkedIn Lounge, Studie zu aktiven Corporate Influencern Julius van de Laar: “Jede gute Geschichte ist eine Antwort auf den aktuellen Zeitgeist” Connected, Social Media Konferenz in Frankfurt
🛠️ Unsere Tools für deinen LinkedIn-Auftritt: https://www.schaffensgeist.com/tools
🌐 Mehr von Schaffensgeist: https://www.schaffensgeist.com/
📌 Tomas auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/herzberger/ 📌 Marina auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/marinazayats/
Transkript anzeigen
Transkript, zusammengeführt aus zwei Takes (Schnitt bei:
Tomas: Gude und herzlich willkommen zu LinkedIn Lounge, dein Podcast für mehr Spaß und mehr Erfolg auf LinkedIn. Mit mir Tomas Herzberger. 1,5 Millionen Follower auf LinkedIn und trotzdem hält unser heutiger Gast Reichweite für keinen guten, keinen guten Erfolgsmaßstab. Sie weiß, wovon sie spricht, denn sie hat einen globalen Newsroom aufgebaut, die Social-Media-Strategie eines der größten globalen Logistikunternehmen entwickelt und seit über 20 Jahren ist sie in der internationalen Unternehmenskommunikation unterwegs. Ihr Grundsatz lautet, ohne Haltung kein Inhalt. Unser heutiger Gast hat in Deutschland, Nigeria, Ecuador, Kolumbien gelebt und ist heute in der Schweiz zu Hause. Und wenn sie mal gerade nicht die Kommunikation eines Weltkonzerns gestaltet, ist sie am liebsten auf dem Motorrad auf Nebenstraßen, wo sie auch mal anhält, um ein kurioses Verkehrsschild zu fotografieren, das dann auch mal auf LinkedIn landet. Unser heutiger Gast ist die Chefredakteurin von Kühne+Nagel Angela Schmidt. Gude Angela, grüß dich.
Angela: Tomas, freut mich hier zu sein und heute mit dir ein schönes Gespräch über LinkedIn zu haben. Ist ganz interessant, wenn man etwas über sich selbst hört. Normalerweise bin immer ich diejenige, die Geschichten erzählt. Danke für die Intro. Komisch, bin ich nicht gewohnt, dass man über mich erzählt.
Tomas: Ja, ich freu mich auch. Wie fühlt sich das für dich an? Aber das hast du dir durchaus verdient. Wir haben uns auf der Connected im September hier in Frankfurt kennengelernt, auf der Social Media Konferenz und uns da auch über das Thema Corporate Influencership ausgetauscht. Ich bin natürlich sofort auf dein LinkedIn-Profil gerast und da bin ich tatsächlich als Allererstes bei deinen Fotos hängen geblieben vom Motorradfahren. Wie kommt das denn, dass du... Bist du gerade zum Nordkap gefahren? Was schickt denn da dahinter?
Angela: Ja, unter anderem, genau. Ich habe relativ spät mit dem Motorradfahren angefangen oder auch mit dem Lernen. Das war erst vor ein paar Jahren und mittlerweile bin ich super begeistert davon. Ich meine, ich lebe in der Schweiz, da ist es natürlich auch ein Traum hier Motorrad zu fahren, schöne Berge, Kurven etc. Aber es gibt viel mehr zu entdecken noch und Motorradfahren ist eine unglaublich schöne Art und Weise zu reisen. Man erlebt viel, man ist nah dran, man ist nicht zu schnell, man ist nicht zu lang.
Tomas: mega also ich ich muss ja gestehen Angela ich habe vor als ich 18 war mein Motorradführerschein gemacht. Ich bin seitdem nicht wieder Motorrad gefahren so leid es mir tut.
Angela: Ja, ist schade in der Tat, aber vielleicht kommt es ja nie zu spät.
Tomas: Ja, ich muss mal [unverständlich] oder ich warte klassischerweise die Midlife-Crisis ab. Ich denke, dann ist es adäquat, da neu anzufangen. Du schreibst auch über dich, dass du eine Hyperperfektionistin in Sachen Sprache bist. Ist das so ein fortgeschrittener Klugscheißer oder was kann man sich darunter vorstellen? Also ich rede jetzt von mir selber in dem Fall.
Angela: Vielleicht war es das bei mir, ja? Das ist auch gut. Vielleicht kann man es so nennen oder vielleicht würden andere es so nennen. Nee, also mir geht es eigentlich darum, dass Sprache ist ja etwas, was... Gut, wir nutzen es täglich, aber man kann sich ja auch differenzieren darüber. Und gerade wenn man in der Kommunikation arbeitet, muss man glaube ich lieber nochmal drauf schauen, was man denn eigentlich jetzt geschrieben hat oder was man hier irgendwo auf, irgendwo ja publiziert und Man kann auch viel ausdrücken über Sprache, was man eigentlich nicht ausdrücken will. Und ich glaube, deswegen sind wir einfach als Kommunikatoren in der Pflicht, uns da nochmal genauer hinzuschauen. Mit Worten kann man spielen. Dementsprechend ist das für mich so bisschen das Hobby, dann einmal zu gucken, was ist eigentlich die Message hinter diesen Wörtern. Und ich schaue dann einfach ganz gerne dahinter. Ja, wir tendieren halt häufig dazu, dass wir, gerade wenn wir dann auch vielleicht in der Fremdsprache kommunizieren, dass wir viele Wörter nutzen, aber uns gar nicht mehr so bewusst sind, was die eigentlich wirklich genau meinen.
Tomas: Wie äußert sich das konkret? Geht das in Richtung E-Mails, Richtung Reden, Präsentation?
Angela: Ich würde mal sagen, hat zu tun mit Reden, auch Artikel schreiben, auch Präsentationen, so die klassischen Powerpoints, wo dann irgendwelche Bulletpoints oder so draufstehen. Meine Lieblingsmessage hier ist eigentlich immer zu sagen, ja was ist eigentlich die Message, was ist die Botschaft, die wir da mitteilen wollen. Sei es in diesem Bullet Point oder sei es jetzt auch mit diesem LinkedIn Post zum Beispiel. Und nur wenn wir in der Lage sind, das tatsächlich auch in klaren Worten auszudrücken, dann ist uns die Message klar. Und wenn uns die Message nicht klar ist, dann kommt es halt manchmal vor, dass wir dann doch eher Wörter aneinander rein, die dann vielleicht ein bisschen abdriften von dem, was wir eigentlich sagen wollen. Und ich beziehe mich damit ein. Das ist einfach ganz normal, dass man dann versucht, okay, vielleicht kann ich es ja so schöner ausdrücken oder so besser ausdrücken. Aber im Endeffekt geht es ja erstmal darum zu wissen, was möchte ich eigentlich sagen und wem möchte ich was mitteilen?
Tomas: Ganz, ganz wichtig Fokussierung auf eine Botschaft pro Slide pro LinkedIn Beitrag pro E-Mail auch manchmal. Wir sehen manchmal in unseren Workshops auch dieses Frag dich immer was ist dein So what für den Leser? Was ist das eine Ding, was sie mitnehmen sollen?
Angela: Ganz genau. Ja, richtig. Ja, ganz genau. Und manchmal tendieren wir eben, wie du sagst, dazu einfach dann, viele Wörter werden besser oder es ist besser zu denken, dass je mehr wir schreiben oder je mehr wir sagen oder vielleicht auch noch mal irgendeine Message dranbringen, ja, das wird dann besser. Aber im Endeffekt, je kürzer, prägnanter, faktischer, klarer ich es machen kann, umso besser. Aber die AI hilft da nicht immer. unbedingt heutzutage.
Tomas: Ich wollte keine Fragen, aber so im Kürzen oder verständlicher machen ist sie doch in der Regel ganz gut.
Angela: Ja, das stimmt. Aber man muss natürlich auch hier eigentlich klar die Anweisung geben, was will ich denn? Ich will nicht, dass es vielleicht umgeschrieben wird oder verschönert wird. Ich will, dass es klarer wird. Zum Beispiel.
Tomas: Dann lassen wir doch mal gleich in medias res gehen. Wie gehst du mit AI um?
Angela: Also es ist Alltag geworden mittlerweile, ganz klar. Sowohl im Berufsleben als auch im Privatleben. Aber es ist ein Instrument, das man nach wie vor, ja ich sag mal, Vorsicht genießen ist der falsche Ausdruck, aber wo man schon sich auch bewusst sein muss, was man eigentlich macht und für was man es einsetzen will. ganz klar, wie du sagst, es Ja, was korrigieren zu lassen, auf Fehler zu prüfen oder vielleicht auch mal eine Logik zu hinterfragen. Aber ganz wichtig ist immer zu wissen, was will ich eigentlich auch? Und das dann auch dann den Prompt dementsprechend zu schreiben. Und ich glaube, da ist eigentlich die Krux in der Geschichte.
Tomas: Wie ist denn deine Vorgehensweise? Suchst du nach dem ultimativen besten Prompt oder ist das mehr ein Gespräch mit einer KI, wo dich vielleicht auch selber hinterfragen lässt?
Angela: Ich weiß nicht, ob es den ultimativen besten Prompt gibt. habe da schon immer mal, muss ich gestehen, versucht, einzulesen. glaube, wichtig ist, dass man für sich einen Weg findet, wie man dann auch natürlich zu einem Output kommt, mit dem man dann arbeiten kann. Ich würde schon eher sagen, dass es fast für mich eher wie eine Konversation ist, aber auch hier ... versuche ich so klar wie möglich zu sein und mich so klar wie möglich auszudrücken, weil nur dann bekomme ich halt auch etwas raus, mir dann nachher, was mich weiterbringt. Im Endeffekt ist da nicht viel Unterschied zu einer normalen Konversation. Was ich da reingebe, kommt dann auch raus. Je besser ich das mache und je besser ich sage, was ich möchte, was ich nicht will. Manchmal hat man so diese... Konversation auch mit Freunden oder Kollegen, ja, aber der Output, den ich dann bekomme, der ist doch dann nicht gut und dann wird immer noch mal was verändert und ich sag dann immer ja, aber ich muss natürlich auch klar machen, ja, ich möchte jetzt zum Beispiel, dass du das nur auf die Grammatik prüfst, aber alles andere, lass so stehen, wie es ist. Also hier ist es wirklich auch, dass man einfach klar ist. in dem, man möchte. Ich denke, ist für unser Gegenüber wichtig, aber auch für die KI.
Tomas: So Angela, wie bist du denn zu Kühne+Nagel gekommen und was genau machst du da?
Angela: Ich bin jetzt seit im elften Jahr oder knapp elf Jahren bei Kühne+Nagel. Bin wegen Kühne+Nagel in die Schweiz gezogen, hab davor in Kolumbien gewohnt und gearbeitet und wollte dann aber nochmal wieder zurück irgendwie nach Europa. Ist auch reisetechnisch dann doch ein bisschen einfacher, wenn man so in der Mitte der Welt ist, es jetzt mal so aus unserem Blickwinkel zu sagen. Und ja, dann bin ich bei Kühne+Nagel gelandet. Ich hab auch immer das Credo vertreten, und das vertrete ich heute auch nach wie vor. Ein guter Kommunikator, ist in der Lage, Kommunikation für egal welches Unternehmen zu machen. ich bin nicht derjenige, der sagt, na ja, wenn du B2C gemacht hast, dann kannst du nur B2C machen. Und wenn du B2B gemacht hast, kannst du nur B2B machen. du, weiß ich nicht, wenn du Healthcare gemacht hast, dann ... Ja, musst du bei Health Care bleiben. Ich glaube, ein Kommunikator, der zeichnet sich dadurch aus, dass er eben gewisse Kriterien hat, wie er kommuniziert und wie er... Und das kann man dann egal wo machen. Und dementsprechend bin ich dann zu Kühne+Nagel gekommen, Logistiker. Ich war vorher in anderen Branchen tätig als Kommunikator. Und hab da dann angefangen, eigentlich in einem Team zu zweit, damals mit meiner Chefin. Also wir waren nur zwei Personen. Und heute sind wir rund elf in der Unternehmenskommunikation. Auch nicht viel für ein Unternehmen, das weltweit über 90.000 Mitarbeiter hat und bin jetzt verantwortlich für, was wir nennen, Editorial Content und Social Media auf der einen Seite. Ich habe noch so ein zweites Hobby, sage ich jetzt mal, bei Kühne+Nagel. ist das Thema Incident and Crisis Management. was ich vor gut anderthalb Jahren mit oder aufgebaut habe. Und das liegt jetzt eben auch bei der Kommunikation an sich.
Tomas: Mensch, du sagst es schon. 90.000 Mitarbeiter, vor 10 Jahren noch zwei full-time Employees und jetzt immerhin 10. Und das mir auch schon im Vorfeld erzählt, über 100 Facebook-Kanäle, die ihr global hattet. Das wäre, glaube ich, eine unserer ersten Challenges, die alle unter einen Hut zu bekommen. Ist ja Wahnsinn.
Angela: Ja, absolut. Als wir angefangen haben, uns das Thema überhaupt anzuschauen, Social Media, und das kam eigentlich eher über den LinkedIn-Kanal, aber klar, man schaut sich LinkedIn an, dann schaut man sich auch Facebook an und was es sonst noch gibt. Ich glaube, das war für uns damals so ein Eye-Opener. Jeden Tag hat man wieder irgendeinen Kanal entdeckt und wieder etwas. Und dann ist natürlich die Frage, was macht man denn damit? Oder wie geht man eigentlich damit Und dann mussten wir uns eigentlich erstmal hinsetzen und sagen, was ist denn für uns die Strategie? Wie wollen wir denn überhaupt mit Social Media vorgehen? Warum wollen wir es nutzen? Wie wollen wir es nutzen? Und das war eigentlich dann relativ schnell klar, dass wir gesagt haben, wir müssen das konsolidieren. Wir können dem Thema nicht Herr werden, wenn wir da eben ganz viele verschiedene Kanäle haben. Und das hat uns dann, naja, ich würde sagen über ein Jahr hat es gebraucht, dass wir dann wirklich das Ganze konsolidieren konnten. Bis zum heutigen Tag gibt es immer noch mal den einen oder anderen Kanal, dem wir irgendwie nicht herwerden, weil wir nicht wissen, wer eigentlich der Owner ist oder wie auch immer. Aber es ist uns, würde ich sagen, grundsätzlich gelungen, das zu konsolidieren. Klar, man muss sich immer mal wieder rechtfertigen, warum man bei so einem großen Unternehmen nicht auch noch Länderkanäle hat, etc. Und wir haben da eigentlich immer gesagt, wir füllen uns als eine Marke, als eine Brand und wir wollen das stärken mit aller Diversifizierung, die wir da drin haben. Aber wir wollen nach außen eben stark sein und das ist unserer Meinung nach nur möglich, wenn wir das konsolidieren.
Tomas: Ich habe in meiner Vergangenheit auch schon das eine oder Mal diese Gespräche geführt und argumentieren müssen, warum man denn auch gerade diesen Wildwuchs etwas zurecht stutzt. Da rennt man nicht immer auf eine Tür rein.
Angela: Absolut nicht. Also weder bei den Kollegen logischerweise nicht, die das vielleicht mal irgendwo so einen Kanal in einem Land oder für irgendein spezifisches Produkt aufgebaut haben. Auch natürlich gegenüber dem Management teilweise. Und man ist halt so ein bisschen in dieser Polizeirolle. Und das ist unangenehm, weil das will man ja eigentlich nicht. Und dann kommen natürlich auch Diskussionen auf, ja, Social Media ist für jeden da. Und du kannst ja uns nicht verbieten, was wir auf Social Media machen dürfen und was nicht. Dass es darum nicht geht, dann halt auch immer das Bedarf einfach einer Konversation. Und ich persönlich habe da für mich eigentlich immer gesagt... Keines dieser Gespräche, das ich führe mit Mitarbeitern oder eben mit Kollegen, ist eins zu viel. Also es sind alle nötig. Und wenn ich mich hundertmal wiederhole, warum wir das so machen und warum wir es vielleicht nicht anders machen, ich kann eigentlich nur, ich kann nur was gewinnen, indem man immer wieder erklärt. Und häufig geht das halt nicht nur über Gruppen, Webinars oder wie auch immer. Man muss einfach auch ins Gespräch gehen mit der Person, die vielleicht jetzt irgendwo in der Lage oder in dem gezwungen wird, einen Kanal zu schließen oder der man es nahelegen will, dass man sagt, okay, diesen Kanal sollten wir jetzt vielleicht schließen, aber du hast eben die Benefits dann, wenn du über den globalen Kanal gehst oder wie auch immer. Und da muss man einfach den Dialog suchen.
Tomas: Hast einen Weg gefunden oder so ein Argument, ich will es nicht Killer Argument nennen, so ein Argument gefunden, eine Herangehensweise, die dich oft weitergebracht hat und viele Social Media Menschen auch, die als du hier zuhören, einen Tipp, du anderen geben kannst.
Angela: Ja, ich würde da anknüpfen an dem, was ich gesagt habe, in den Dialog gehen. Erklären, warum. Also das ist ja nicht nur etwas, jetzt für die sozialen Medien wichtig ist. Wir haben ja ganz viele Gedanken in unserem Hintergrund. Warum wollen wir so was machen? Warum sieht unsere Strategie so aus? Wo wollen wir hingehen? Und manche Dinge muss man einfach auch teilen und so weitergeben. weil man dann vielleicht einfach den, ja, bei dem Gegenüber auf mehr Anteilnahme oder auf mehr Zuspruch dann trifft. Auf der anderen Seite auch, weil es zeigt, dass man sich mit dem Thema befasst hat und dass es nicht nur aus einer Laune rauskommt oder aus irgendeiner Guideline, die irgendwo geschaffen wurde, sondern dass man ein Ziel vor Augen hat und man ist eben überzeugt als Experte in dem Fall, dass man den dieses Ziel so erreicht. Also der Dialog ist extrem wichtig, dieses Aufklären. Und wenn es halt einfach wichtig ist, sich auch dazu wiederholen. Und selbst wenn man das Gefühl hat, ich hab mich jetzt schon zum zehnten Mal wiederholt in diesem Thema, die Zielgruppe ist so groß, die haben das ein oder zwei Mal gehört. Also das heißt, hier kann man einfach wieder nur immer und immer wieder erklären, warum. Immer und immer wieder in den Dialog gehen, Geduld haben natürlich. Und einfach aber auch überzeugt sein, weil man ein Ziel vor Augen hat, das man erreichen möchte. Das ist auch wichtig. Und dann einfach gehen.
Tomas: Das finde ich ein sehr schönes Mantra, also mit Empathie und Liebe auf den anderen zugehen, Verständnis hervorbringen, aber die eigenen Argumente vorbereitet haben und dann auch in gute Art und Weise bringen, das zu erreichen, was man erreichen möchte. Das höre ich daraus.
Angela: Ja, ganz genau, richtig. Dieses Ziel vor Augen haben ist wichtig. Und ich sage immer, eine Strategie oder einen Plan braucht man, nachher dann auch flexibel sein zu können. Weil Flexibilität entsteht nur dann, wenn ich eigentlich vorher auch weiß, okay, ich habe jetzt etwas vor Augen. Ich muss aber vielleicht aus bestimmten Gründen leicht davon abweichen oder vielleicht auch mal einen Umweg gehen. Aber das weiß ich nur, wenn ich ein Ziel habe. Also für mich geht das immer mit einem. Flexibilität entsteht für mich dadurch, dass ich einen Plan habe und ein Ziel. Und das braucht man. Und das muss man auch immer wieder wiederholen und durchsetzen und sagen, okay, das ist es jetzt aber, wo wir hin müssen. Und vielleicht auch hier, was ich noch wichtig finde, ist, natürlich muss man schauen, was im Markt passiert und auch was Wettbewerber machen oder was andere Unternehmen in dem Fall tun. Aber man muss für sich selber als Unternehmen entscheiden und auch als Unternehmenskommunikation in dem Fall, wo wollen wir eigentlich hin? Wir wissen, was da passiert, aber wir müssen nicht eins zu eins kopieren. Wir müssen unseren eigenen Weg finden, weil nur unser eigener Weg ist das, was nachher authentisch ist und wo wir dann auch mit im Endeffekt etwas erreichen können. Und aus meiner Erfahrung in den vielen Jahren in der Unternehmenskommunikation sehe ich sehr häufig, dass man die sehr häufig gucken, was wird draußen gemacht, und dann müssen wir es vielleicht auch so machen. Man muss wissen, was passiert, und muss auch sagen, man muss evaluieren, ob das passt, aber man muss immer seinen eigenen Weg finden. Das ist für mich eines der wichtigsten Punkte überhaupt, wenn ich in der Unternehmenskommunikation bin. Ich muss etwas finden, was passt zum eigenen Unternehmen.
Tomas: finde das gerade so inspirierend, denn ich glaube es ist nicht nur für die Unternehmenskommunikation relevant was du sagst, sondern auch für jeden einzelnen Creator zu gucken, was ist mein Ziel, wie kann ich meinen authentischen einzigartigen Weg finden, wissen was die anderen machen, aber nicht kopieren, nur weil es gerade en vogue ist oder weil es die anderen machen. Das kann ja jeder für uns tatsächlich auch für sich mitnehmen, der das ambitioniert auf LinkedIn macht.
Angela: Absolut, ja.
Tomas: Dein Ziel oder euer Ziel war dann etwas, was ihr Editorial Panel genannt habt.
Angela: war eigentlich nicht das Ziel. war ein Resultat oder eine Konsequenz daraus. Also dieses ganze Thema Social Media ist bei uns entstanden eher aus einem, ich sag nachher so, aus einem Hobby fast heraus. es war ein Dreierteam, wir waren ein Kollege aus dem Marketing und dann Kollegen auch aus dem Employer Branding und eben meinem Fall Kommunikation. Wir haben uns hingesetzt und haben gesagt, okay, was machen wir? Weil offensichtlich Es ist kein Kanal, den nur eine Disziplin irgendwo nutzen, bespielen kann. ist Minimum in Dreiklang hier. Und aus diesem, wir probieren mal, wir schauen, wir bilden eine Strategie, lassen die natürlich auch dann vom Management eben Endeffekt anschauen, passt das? Passt das in unsere ganze Idee von Kommunikation und Marketing? Daraus ist dann eben etwas entstanden, wo wir gesagt haben, wir brauchen mehr Alignment überhaupt, wenn es den Content geht, der auf Social Media gespielt wird. Und dann ist dieses sogenannte Editorial Content oder Editorial Panel entstanden, was in einigen Unternehmen vielleicht eher der Newsroom dann genannt wird. wo wir sagen, wir bringen in dieses Panel oder in dieses Meeting alles das rein und jeden den rein, der irgendwo Content hat, Content produziert und alignen dann. Und da ist auch etwas, was bei uns ganz zentral ist eigentlich, dass Social Media an sich keine losgelöste Abteilung ist oder kein losgelöster Kanal, sondern wir den eben einfach immer als... eines Kommunikationskanals gesehen haben. Auch als Teil eines Marketingkanals logischerweise. Es ist einfach aus dem Thema Kommunikation entstanden. Heute haben wir viel mehr Beteiligung auch noch von unseren Kollegen aus dem Marketing. Aber wir haben von vornherein immer gesagt, es ist etwas integral, es ist nichts losgelöst und es muss eingebettet sein.
Tomas: Also es ist ein Meeting im Kern, es ist ein Meeting, wo ihr alle Geschichtenerzähler, nenn ich es mal, zusammenbringt an einen Tisch und ihr sammelt diese Geschichten und ihr wählt dann anschließend aus, passt das zu dem, was wir als Kühne+Nagel sagen wollen. Ist das richtig?
Angela: Ja, also es sind nicht alle Geschichtenerzähler dabei. Das wäre zu viel gesagt, weil wir haben sehr viele Kollegen around the world bei so vielen Leuten, viele Geschichten zu erzählen könnten. Die können natürlich nicht alle mit dabei sein in einem Team. Aber wir haben eben Kollegen, also Kommunikation, Marketing, Employer Branding, Sales etc., die im Endeffekt an diesem Meeting teilnehmen können, auch von Tochtergesellschaften und die in irgendeiner Weise Content Ich sag mal, suchen oder auch haben und den veröffentlichen wollen und mit dem etwas machen wollen. Sozusagen intern oder extern. Und wir treffen uns einmal die Woche. Dadurch, dass wir so weltweit unterwegs sind, wir zwei verschiedene Slots. Einmal am Morgen und die nächste Woche dann am Mittag, sodass wir dann auch immer alle irgendwie die Zeitzonen abdecken. Und dann... haben wir sowas wie die, wir nennen das Fokustopics. Das heißt, das sind im Endeffekt Themen oder Team in Häuser, wie man sagen möchte, die für uns eine besondere Relevanz haben in der Kommunikation. Und anhand derer wir dann eine Selektion vornehmen, welcher Content vielleicht jetzt gerade für uns wichtiger, relevanter ist. Und... welcher Content vielleicht auch mal aus dem Raster fällt und den wir vielleicht jetzt nicht aktiv bespielen, vielleicht mal irgendwo pausieren oder irgendwo einen Hold oder vielleicht auch nur intern benutzen für irgendetwas. Das heißt, diese Focus-Topics, das ist im Endeffekt für uns die, ja, ich sag mal, das Raster, mit dem wir arbeiten. Wir hatten es auch, bitte?
Tomas: Wie so ein Leitlinien? Wie Leitlinien im Prinzip?
Angela: Ja, man kann es Leitlinien nennen. sind also auch die strategisch für uns wichtigen Pfeiler oder es ist unsere Unternehmensstrategie im Endeffekt übersetzt auf Kommunikationstopics, die dann uns eben diese Guideline geben, wie wir nachher mit welchen Themen wir am besten nach draußen gehen. Wir hatten das auch Das sind Dinge, sind entstanden über die Jahre. hatten auch andere, ich sag mal, viel striktere Frameworks noch, wo wir viel kleinteiliger waren, was wir denn benutzen wollen, was nicht. Was sich aber nicht als, ich sag mal, flexibel genug erwiesen hat in so einem großen Unternehmen, dass auch gerade die Logistik ist sehr dynamisch. Das heißt, man kann natürlich vorplanen, aber es gibt bestimmte Dinge, die einfach passieren in der Welt, die wir dann trotzdem ja auch aufnehmen müssen. Und da können wir nicht nach einem strikten Raster arbeiten, sondern da müssen wir einfach in der Lage sein, auch uns da mit unserem Content dann eben darauf einzugehen. Und dementsprechend brauchen wir eher sowas wie, ich sag mal so diese Themenhäuser, wo wir dann sagen, okay, das passt hier rein, das passt hier rein oder in die andere Ecke.
Tomas: ein konkretes Beispiel geben für welche Themen, was sind diese Themenhäuser oder die Fokusthemen?
Angela: Zum einen wir nennen das Thema Growth, einfach dieses Wachstum. Das heißt, wir wollen natürlich nach draußen darstellen, wo wir als Unternehmen wachsen. Aber das hat natürlich viele Aspekte. Zum einen ist es natürlich, wenn wir jetzt in ein neues Lager aufmachen, das wäre ein klassisches physisches Wachstum. Aber das kann auch etwas sein, indem wir zum Beispiel mit einem Kunden von uns zusammen wachsen und da was Neues aufbauen, eine Partnerschaft. Das heißt, das sind alles Punkte, wo wir sagen, die sind relevant für unsere Zielgruppen, sowohl Kommunikations- als auch Marketing-Zielgruppen, Employer-Branding auch. Und dementsprechend ist Content, der irgendwo darauf einzahlt, dieses Thema etwas, was wir sehen wollen und was wir definitiv aktiv oder aktiv bespielen wollen. Auf anderen Seite ist auch ein anderes Thema. Alles, was wir nennen, Smart Logistics, also alles, mit Technologie, auch mit der KI zu tun hat, wo wir als Logistiker sagen, das ist ein Feld, in dem wir unsere Innovationen zeigen können, in dem wir zeigen, wie uns die ganze Technologie... weiterhelfend auch neue Lösungen, neue Produkte anzubieten für unsere Kunden oder wie wir vielleicht mit Kunden an bestimmten Themen auch arbeiten in diesem Bereich. das ist also eher diese, wo wir dann eben sagen, dieses Feld wollen wir auch aktiv bespielen. Und das ändert sich natürlich immer mal wieder. Es shiftet. Wir schauen das Minimum einmal im Jahr dann oder Ende des Jahres meistens an und sagen, okay, ist das noch richtig? die Themenfelder, wir wie vor bespielen wollen oder müssen wir da vielleicht was anpassen. Auch hängt natürlich auch ganz klar ab, wie ist die Unternehmensstrategie, wie ist die Roadmap, wie wir sie nennen. Wird die angepasst, dann muss man eben auch schon in die Richtung. Was hier wichtig ist, ist tatsächlich und deswegen nennen wir es bewusst Fokustopics. In so einem großen Unternehmen Geschichten gibt es immer und überall und sehr viele. Aber uns als Marke natürlich nach draußen und auch nach innen dementsprechend darzustellen, eben nicht die Masse entscheidend, sondern es ist entscheidend, was möchte ich erzählen, was ist die Message, was ist unser Fokus in dem Moment. Weil wir natürlich ein Interesse haben, dass wir für bestimmte Dinge nach draußen auch wahrgenommen werden. Das ist natürlich manchmal schwierig, gerade in der internen Audience zu erklären, warum nutzt ihr nicht noch diese Geschichte oder diese oder diese oder die andere. Die sind alle gut. Thema ist, wir müssen uns fokussieren, weil wir vielleicht dieses Jahr sagen, wir wollen spezifisch eben für das Thema Growth oder Smart Logistics stehen. Das kann sich auch ändern, wenn wir jetzt Themen bringen, die so gar nichts damit zu tun haben, dann wird unser Bild nach draußen nicht klarer, sondern eher unklarer. Und das ist manchmal schwierig. Natürlich dann nach draußen, das so zu erklären, warum wir das so vorgehen.
Tomas: für viele Menschen, in so einer Sandwich Position sind wie du, die von oben und unten an denen man zerrt, von denen man ständig was haben möchte, ist es meiner Erfahrung noch wertvoll, wirklich einen Leitfaden für sich haben zu können, nein zu sagen. Ja, coole Geschichte, mega, können wir jetzt aber leider nichts mitmachen, denn das ist unser Leitfaden. Denn, ziehen jetzt durch. Der ist so approved, der passt auch zu unserer Businessstrategie, darin ist er nämlich aufgehangen und deswegen machen wir das jetzt so und nicht anders.
Angela: Absolut, genau das ist es im Endeffekt. Was natürlich nicht bedeutet, dass es das jetzt extrem einfach macht, man natürlich... Es gibt einfach so viele schöne Geschichten und viele Dinge zu erzählen, gerade in so einem großen, weltweiten Unternehmen. Und dann tut es natürlich dann auch manchmal Leid, muss man ganz ehrlich sagen, wenn man sagt, okay, das muss jetzt irgendwo mal leider... pausiert werden oder fällt jetzt unter den Tisch, aber man nimmt es vielleicht später auf. Aber es ist so, man kann halt einfach nicht mit allen Dingen im Endeffekt dann nachher arbeiten.
Tomas: Stichwort Dreiklang und Geschichten erzählen, nutzt ihr auch oder habt ihr ein Corporate Influencer Programm und die Vorstandskommunikation, das sind ja meistens auch noch so zwei Kanäle in Anführungszeichen, die man auch nutzen kann für individuelle Geschichten, die im Graubereich sind. Wie geht ihr da vor?
Angela: Ja, also für uns war in den ersten Jahren, als wir Social Media aufgebaut haben, haben wir gesagt, okay, das ist eben etwas, was wirklich eher zentral gesteuert wird, Unternehmenskommunikation, Marketing, Employer Branding. Wir haben dann auch unsere Social Media Guidelines eben aufgebaut, überarbeitet und wir haben gesagt, das ist so ein bisschen ein Programm, wo wir alle lernen, damit umzugehen. Seit ein, zwei Jahren gehen wir mit dem Thema weit offener Wir sagen, wir wollen bewusst unsere Kollegen dazu animieren, dass sie selbst aktiv werden auf den sozialen Medien. sage jetzt mal, allem LinkedIn für uns als B2B-Unternehmen ist das einfach noch die wichtigste Social-Media-Plattform an sich. da bedarf es natürlich dann einiger Unterstützung und auch Kommunikation, weil man kann nicht als Unternehmen eher, sag mal, strikt sein mit dem Thema und dann von heute auf morgen sagen, hey, ihr könnt machen, was ihr wollt und geht jetzt einfach raus und postet. Da würde ich mich auch als wenn ich jetzt als Mitarbeiter aus der Mitarbeitersicht gehe, sage, okay, was ist das jetzt? Das scheint ja fast ein Widerspruch zu sein. Und wir haben uns dann eben entschieden, dass wir so aus, im Endeffekt eine Art Influencer haben. Das sind Kollegen, wo wir einfach wissen, die sind sowieso gerne aktiv, auch viel aktiv und die möchten einfach viel über das Unternehmen schreiben und die wir dann so mehr direkt persönlich ansprechen. Und dann haben wir uns entschieden ein Employee Advocacy Programm aufzubauen, wo wir allen grundsätzlich, jeder der irgendwo auf LinkedIn ist oder auf LinkedIn sein will und etwas über Kühne+Nagel veröffentlichen möchte, wo wir dann Content zur Verfügung stellen. auch das ist, ich würde immer noch sagen, wir sind da noch in den Anfangsphasen. Also das ist einfach etwas, was kontinuierlich auch immer wieder kommuniziert werden muss, weil indem man einmal rausgeht und sagt, hier ist jetzt ein neues Tool, da könnt ihr euch einloggen und dann könnt ihr den Content veröffentlichen. ist es nicht getan. Es muss konstant sein und man muss natürlich auch Anreize schaffen. Warum soll ich das jetzt eigentlich nutzen?
Tomas: BlueShare ist dieses Tool, richtig? Austauschplattform?
Angela: Genau, also wir haben, wir nennen es BlueShare, weil ja unsere Unternehmensfarbe ist blau, haben BlueNet, ist unser Intranet, BlueShare ist eben, Und dementsprechend, ja, mussten wir natürlich auch aktiv werden aus Kommunikationsseite, Marketing, Employer Branding, okay, wir müssen da Content rein spielen.
Tomas: Du hast einen blauen Pulli an heute.
Angela: Und die Herausforderung ist jetzt dann einmal zu sagen, okay, wir haben ja natürlich unseren eigenen oder den Content, nach wie vor über die Unternehmensprofile läuft. Und darüber hinaus müssen wir irgendwo Content zur Verfügung stellen, der eben für unsere Kollegen nachher noch da ist. Und wir machen da relativ strikt den Unterschied. Wir wollen nicht einfach nur das, was wir nach draußen geben, kopieren und dann noch mal auf unsere Plattform BlueShare stellen, sondern es ist wirklich zusätzlicher Content. Also es ist nie eins zu eins. Und auch hier fließt jetzt diese Plattform ein in unser Editorial Panel, in dem wir eben quasi noch einen Kanal bespielen. Also wenn wir dann sagen, okay, wir haben ein Thema, Content, den würden wir jetzt auf LinkedIn, auf Instagram ausspielen. Vielleicht ist es so relevant, dass wir sogar noch eine Medienmitteilung dazu machen und dann spielen wir das Ganze sowieso noch auf Intranet ab. Aber wir brauchen auch zusätzlich noch Content. den wir in BlueShare stellen können, den dann unsere Kollegen teilen. Weil sie dann sicherlich auch ein Interesse haben, diese Supernews, die wir da haben, nochmal spezifisch auf ihrem eigenen Profil darzustellen. Das heißt, die Challenge ist natürlich, dass man mit dem gleichen Team dann nochmal mehr Content produziert. Aber wir haben gesehen, auch wenn ich, wie gesagt, ich wiederhole mich da, dass wir noch in den Anfängen sind, aber wir haben gesehen, dass es etwas ist, was sehr gut ankommt. Also die Kollegen, mit dem arbeiten und wir sehen das natürlich auch, wie viel dann gepostet wird, die finden das gut, denen gefällt das. Sie haben die Möglichkeiten, unsere, Messages, die wir vorschlagen in diesem Tool, komplett zu ändern, wenn sie das möchten. Sie können es aber auch eins zu eins kopieren. Und ich glaube, wichtig ist einfach, dass wir natürlich auch LinkedIn lebt ja, wie wir wissen, nicht nur von Texten, sondern von Bildern oder wir sagen, die Karussells oder Videos. Und dass wir halt diese Assets in dem Tool zur Verfügung stellen, sodass dann es viel einfacher ist für den jeweiligen Kollegen zu sagen, da ist ein cooles Video von Kühne+Nagel, das ist da drin, da ist ein Vorschlag, wie ich das Ganze für mich aufbereiten könnte auf LinkedIn. Ich nehme das und dann setze ich das auf mein Profil.
Tomas: Jetzt frage ich mal, provokant, wenn du gestattest. LinkedIn lebt ja im besten Falle von authentischen Geschichten, authentischen Beiträgen. Und die meisten Corporate Influencer, mit denen wir zusammenarbeiten, auch die wollen kein verlängertes Marketingkanal sein, kein Marketing-Klon sein. Wie schaffe ich es hier, diese Brücke zu schlagen zwischen, hier ist Content, wenn du ihn nutzen möchtest, nutze ihn. Und auf der anderen Seite
Angela: Go for it!
Tomas: Aber du kannst auch gerne eine eigene Stimme entwickeln.
Angela: Da sind wir wieder zurück bei dem, was ich am Anfang gesagt habe, über den Dialog. Das ist genau das, das man sagt und das ist unser Pitch sozusagen. Auf der einen Seite, hast in diesem BlueShare, du hast einen Pool von, das sind Dutzende von Stories immer online und die ändern sich, da kommt jeden Tag was Neues dazu. Die kannst du nutzen als Inspiration. weil wir genau diese harte Arbeit für dich machen, dass wir dir das Visual, das Video, das Karussell zur Verfügung stellen und du kannst es dann für dich nutzen und idealerweise nimmst du eben nicht diese Message, da ist, sondern du siehst ein Video über, ich sag jetzt mal über eine über einen Healthcare-Solution, die wir anbieten. Und vielleicht arbeitest du in diesem Bereich Healthcare, deswegen interessiert dich das. Und du hast aber selber deine Story zu erzählen, weil du vielleicht neulich gerade bei irgendeinem Projekt dabei warst, wo ihr das und das zusammen gemacht habt und gelöst habt. Dann nimm das als Anlass und erzähl die Story. Und das Video kannst du dann benutzen als sozusagen als deine, ja, als Proof oder als etwas, was für dich dann einfacher ist, weil du selber nicht dieses Asset kreieren musst. Also unser Pitch ist immer zu sagen, individualisieren ist... natürlich die Königsdisziplin. Und wir wollen das auch. Und wir wollen ja auch genau eure Geschichten hören und die Welt da draußen will sie auch hören. Aber wir wissen natürlich, dass das nicht immer einfach ist und dass es auch eine gewisse Hürde ist und dass das ein bisschen ein Weg ist. Und ich sehe selber das... Viele Kollegen anfangen mit diesem Blue-Share und eben die Dinge zu teilen, so wie sie sind, aber dann nachher auf den Geschmack kommen und auch so bisschen damit experimentiert haben und dann sagen, okay, jetzt, kreier ich mal meinen eigenen Post. Und das ist genau der Weg. Und das gibt einfach so dieses Vertrauen, weil man kann dann ja auch selber mit experimentieren, weil viele Kollegen kommen auch und sagen, ja, du... Wie ist denn das jetzt mit diesem Algorithmus auf LinkedIn? Auf was muss ich denn aufpassen und was und so weiter? Und wenn man dann sagt, ja, nimm doch mal diesen Content und probier doch mal und schau mal, wenn du es anders machst und wenn du dann vielleicht mit deiner eigenen Story, wenn du ein Video, ein Foto oder wie auch immer, was passiert? Also es ist so ein bisschen dieser Playground. Und auch hier, wie gesagt, Dialog ist alles.
Tomas: Das finde ich schön, dass ihr damit im Prinzip einfach die Hürde, dass ich damit starte, mich beschäftige, reduziert. Es gibt ein sehr schönes japanisches Lernmodell, das nennt sich Shu-Ha-Ri, und sagt dann auch, es gibt drei Stufen des Lernens. Und die erste dieser Stufen ist Kopieren, Nachmachen. Du machst das, was der Meister, die Meisterin tut, und mach einfach genau das nach, diesen Muster erstmal kennenzulernen.
Angela: Genau.
Tomas: Danach kannst du ihn [unverständlich] für dich adaptieren, kannst mal was leicht verändern und danach, das ist die letzte Stufe, das Ri, kannst du deinen eigenen Stil entwickeln. Und ich glaube, was ihr macht, genau in die Richtung.
Angela: Ja, also das ist zumindest unser Ziel. Wir wollen Unterstützung sein, eine Hilfeleistung. ich finde auch, es ist schön zu sehen, ich hatte es über diese vielen Jahre, die ich das ja jetzt schon mit begleite und wie sich Social Media entwickelt hat, von diesem einfach, ich poste jetzt irgendwo etwas, viele Kollegen hingehen und sich sagen, okay. Was kann ich jetzt tatsächlich tun, was noch mal einen Mehrwert bringt über das hinaus, was sowieso schon existiert? Und gerade in unserer heutigen Zeit, wo Content, Texte mit KI generiert werden können, extrem schnell und einfach ist natürlich genau dieser Schritt zu sagen, okay, was ist denn das, was ich jetzt eigentlich noch anderes dazu beitragen kann, der richtige Weg? Und ich finde es dann immer schön, wenn ich irgendwie morgens mein Feed aufmache, und sehe dann wieder Posts von Kollegen, sagen, ich war jetzt hier gerade auf irgendeinem Event oder ich hab hier ein Treffen gehabt oder am Wochenende ist mir das passiert und da ist mir dann eingefallen das. Das sind genau die Dinge, du sagst, ja, jetzt bin ich im Storytelling. Und wenn ich das sehe, dann bin ich schon happy. Und das mag vielleicht in dem Moment bei so vielen Kollegen ein Tropfen auf den heißen Stein sein, aber das ist etwas, was sich weiterentwickelt. Das schlägt ja Wellen im Endeffekt. Und ja, das dauert, das braucht Zeit und man muss sich einfach wohl damit fühlen. Aber insofern, wenn ich das sehe, dann schon dieses Thema zu sagen, wir gehen mit BlueShare und bereiten das vor und geben einfach Unterstützung und schauen, wie sich das dann entwickelt. Und es ist meiner Ansicht nach ein guter Weg, den wir da gewählt haben.
Tomas: machen die Kollegen das? Warum machen Sie, nehmen Sie Ihre Texte, warum entwickeln Sie eigene Texte, erzählen Sie Ihre Geschichten?
Angela: Also der Stolz bei Kühne+Nagel zu arbeiten, ich glaube, das ist schon etwas, extrem groß ist. Ich finde das immer wieder sehr interessant, wenn man auch dann mit Kollegen aus den Ländern spricht oder selber in den Ländern ist und sagt, hey, Kühne+Nagel ist so genial. Und was wir tun, ist so genial, weil es fast nichts gibt in deinem täglichen Leben, in deinem Alltag. was nicht mit Logistik zu tun hat. Also die Tasse Kaffee, die du am Morgen bringst, die hat einen Wahnsinnsweg hinter sich, die Bohnen, da gemahlen wurde. Und wir sind da in irgendeiner Weise mit dabei. Und das kreiert natürlich dann schon dieses Jahr. Ich hab da die Logistik ist bei dir mit am Tisch sozusagen jeden Tag. Und ich bin ein Teil davon. Und das ist natürlich schon etwas, was dann für viele Kollegen wirklich diesen diesen diesen Stolz mit sich bringt, dass sie für so ein Unternehmen arbeiten, was weltweit täglich ist und das wollen sie auch kommunizieren. Also ganz normale, menschliche, wie soll ich sagen, menschliches Verlangen, sich dann da zu sagen, okay, ich möchte das erzählen, diese Geschichte. Und das führt dazu, dass man dann eben dementsprechend das auch logischerweise irgendwo auf LinkedIn, auf Instagram oder wie auch immer posten will. Diese Teamarbeit, Teamwork, viele Kollegen, einfach sagen, hey, wir haben hier so ein geniales Team. Ich poste ein Foto und eine Story dazu. Und auch diese Begegnungen. Logistik ist ein Business, wo wir sagen, People's Business, ein Business, wo man muss mit Leuten sprechen. Wir sind ein Anbieter von Dienstleistungen. Und dann bin ich im Dialog. Und da sind Kollegen im Dialog miteinander, im Dialog mit Kunden, mit Partnern. Und auch da entstehen natürlich immer wieder interessante Begegnungen, Geschichten und so weiter. Auch die wollen kundtun. Und das ist der Anreiz und ist auch völlig normal und völlig gut, dass es natürlich Einschränkungen gibt, wenn man in Unternehmen ist, das weltweit tätig ist, an der Börse notiert ist und dass man natürlich vertrauliche Informationen müssen vertraulich bleiben. Aber ich glaube, haben über diese vielen Jahre als Unternehmen, wo wir diese Social Media aufgebaut haben, auch sehr viel gelernt. die Sensibilität mit dem Thema ist natürlich auch größer und auch besser geworden, zu sagen, okay, ich weiß, das kann ich machen und das sollte ich lieber nicht tun.
Tomas: Das deckt sich auch mit dem, was Professor Dr. Karolin Durst gesagt hat in unserem Interview hier auf der LinkedIn Lounge. Sie hat nämlich auch untersucht, was macht ein guter, in Anführungszeichen, aktiver Corporate Influencer aus. Und das elementare Learning ihrer Studien war Unternehmenskultur. Dass, wenn ich ein cooles Team habe, gute Kultur habe, wenn die Leute, wie du sagst, stolz drauf sind, fällt das viel, leichter, weil es eben dieses intrinsische Bedürfnis bedient, ich will darüber reden. Will ein bisschen angeben vielleicht, guck mal, wie cool mein Team ist, wie cool mein Arbeitgeber ist.
Angela: Ja, für mich ist es immer so ein Vergleich, wenn ich solche Webinars auch gebe, mit den Kollegen, wie kannst du als Kollege mit LinkedIn umgehen? Und was kannst du machen, was funktioniert, was ist vielleicht nicht so gut, wo solltest du darauf achten? Also das ist so bei uns so ein Standard, ich sag mal Paket-Webinar, wo man dann einfach wo wir immer mal wieder anbieten für alle Kollegen oder auch für bestimmte Bereiche, die dann daran teilnehmen können. Einfach, uns immer wieder vor Augen zu rufen, einfach was die Learnings, die wir auch als Unternehmenskommunikation haben, die dann weiterzugeben. Und ich sage immer, das ist so ein bisschen wie, weiß ich nicht, ihr geht ins, ihr steht mit Freunden zusammen an einer Bar oder wie auch immer, da ist es ja auch, ihr teilt eure Geschichte. am Abend erzählen, hey, heute ist mir echt was Kurioses passiert. Und so sehe ich das auch, wie ihr eigentlich mit LinkedIn umgeht. Wenn ihr diese Geschichte teilt, dann ist sie authentisch, dann kommt sie von euch, dann ist sie bezogen auf eine bestimmte Situation. Das wird auch keine KI dann in dem Moment schreiben. Und wenn ihr diese Story erzählt und... Wenn man dann eben sich bewusst ist, okay, ich kann jetzt vielleicht den Kundennamen hier nicht nennen, aber ich kann einfach sagen, okay, ein Kunde aus der und der Industrie, dann seid ihr auf dem richtigen Weg und dann könnt ihr auch nichts falsch machen in dem Moment.
Tomas: Ich frag Angela gleich noch, wie sie mit KI umgehen und wir noch eine kleine Schnellfragerunde machen. Aber vorher, liebe Hörende, wenn dir diese Folge gefällt, dann lass uns gerne fünf Sterne da und auf jeden Fall auch ein Abo, damit du keine weiteren Folgen mehr verpasst. Das wird uns wirklich hier sehr helfen. Vielen Dank schon mal. Und vielleicht kennst du ja auch jemanden, der über Kommunikation noch etwas lernen kann und dann kannst du ihm diese Folge einfach gerne weiter schicken. Angela, du hast es gerade schon gesagt, das Stichwort, das im Moment in aller Köpfe und aller Münder ist. Wie geht ihr denn mit KI
Angela: Als Unternehmenskommunikation ist es uns mittlerweile einfach ein Alltag geworden. Ich glaube, am Anfang war es immer so bisschen, arbeitest du mit KI? Ist das gut, ist das schlecht? Wir arbeiten alle damit. Und wenn es nur ist, dass wir sagen, wir brauchen ein zweites Paar Augen, die mal die Grammatik irgendwo checkt oder so. Oder vielleicht der kleine Helfer, irgendwas zu organisieren. Agent oder so, der uns hilft, morgen die News einmal durchzuschauen, die wichtig sind für uns. Also es ist einfach Alltag. Aber wir versuchen dennoch, natürlich gerade, wenn es jetzt halt die Geschichten geht, zu sagen, die müssen von uns kommen, die müssen von Menschen kommen. Wir können nicht ... K.I. sagen, hey, bring mir mal eine tolle Geschichte über irgendetwas, sondern das kommt ja von uns. Es ist allerdings, wenn man jetzt so guckt auf LinkedIn, schon schade zu sehen, dass man natürlich viel mehr einfach K.I. generierte oder Texte sieht und die dann irgendwo, wo man das erkennt, ist ein bestimmtes Schema dahinter, es ist generisch. Aber vielleicht ist das einfach dann das Teig, dass die Texte, einfach von uns Menschen dann doch kommen und irgendwo geschrieben sind in einer Art und Weise, wie wir miteinander kommunizieren würden, eben etwas kolloquialer, sag ich mal. Vielleicht ist es ja dann auch gut zu sehen, dass es danach für noch Unterschiede gibt, wie die dann auch wahrgenommen werden. Aber als Unternehmen natürlich auch, über die Unternehmenskommunikation hinaus, KI ist für uns ja ein Bereich, in dem wir auch stark investieren und dem aktiv sind und den wir auch absolut notwendig finden. Und das ist natürlich etwas, ja ein Umbruch ist. Also da ist ganz klar, das sieht man natürlich gerade in den letzten Monaten extrem, aber es ist jetzt nicht, wie soll ich sagen, es ist Es ist nicht der Feind, da steht. Es ist auch nicht der Freund, jetzt alles erledigt. Es ist etwas, einfach Alltag geworden ist, mit dem man umgeht. In einer bestimmten Rolle natürlich.
Tomas: Woran merkt ihr, dass eure Arbeit erfolgreich ist?
Angela: Ein Faktor ist schon, dass wir natürlich auch Feedback bekommen intern. natürlich, wenn jetzt Social Media eine externe Plattform ist. wir kriegen die eine wichtige Audience, die natürlich schon für uns auch unsere Kollegen an sich, die auf den Plattformen sind und die dann sagen, hey, das war jetzt mal interessant. das war jetzt anders. Warum habt ihr das jetzt so gemacht oder warum habe ich jetzt das nicht gesehen? Also da kriegt man dann schon natürlich auch Feedback und dann sieht man auch, okay, war das jetzt gut, war das jetzt nicht so gut, warum ist das jetzt nicht so gut angekommen oder nicht? Wichtig für uns ist oder für unsere Strategie, wir haben eigentlich nie gemessen, wenn man jetzt mal rein so ein bisschen auf die die Matrix schaut, dass es geht darum mehr Follower zu haben oder noch größer zu sein oder mehr zu wachsen. Wir wollen, dass unsere Zielgruppen sich dem Content auseinandersetzen und dass es sie interessiert. Und alles, was wir messen, Social Media Zahlen, wir haben unsere eigenen KPIs im Endeffekt aufgestellt und die sind sehr darauf basiert auf das Thema Engagement, wo wir sagen, wenn Leute sich eben tatsächlich auch das Video anschauen oder wenn sie irgendwie durch das Karussell durchswipen und dann ist das für uns die Maßgabe. Wir wollen nicht einfach nur Massen erreichen und dann nichts damit, ja, dann nicht wissen, ob das jetzt tatsächlich resoniert oder nicht, sondern wir wollen im Endeffekt, dass sich Leute damit auseinandersetzen. Und wenn wir das jetzt einmal von den Zahlen her oder wenn wir das, wenn ich jetzt wirklich rein auf Social Media gehe, wenn wir das sehen, dann ist das für uns sicherlich Erfolg. Aber ich würde noch einen Schritt weitergehen. Erfolg ist eigentlich für uns auch als Logistiker, wenn wir sehen, dass plötzlich das Thema Logistik im Alltag einfach auch mehr zum Thema wird, weil wir immer so bisschen dieses Schattendasein haben. Und wenn man plötzlich merkt, dass Leute Fragen stellen, so hey, was ist da jetzt eigentlich passiert? Was ist jetzt eigentlich die Logistik hinter dem Thema? Und wenn mehr insgesamt in der Öffentlichkeit mehr Konversation oder Diskussion über dieses Thema entsteht, dann ist das auch Erfolg für uns. Das ist natürlich nicht nur Erfolg, wir allein als der einzige Logistiker, ist die Industrie oder diese an sich, die Logistikindustrie. Aber das ist sicherlich ein Erfolg, weil das bedeutet ja auch dann im Endeffekt, dass die Themen, für die wir stehen, relevanter werden in der Öffentlichkeit.
Tomas: Ich glaube, Problem mit Logistik ist halt, genauso wie mit Strom oder in unserem Fall Internet, das hat eine kleine technische Panne zwischendurch bei der Aufnahme. Es sollte halt einfach funktionieren und wir sprechen dann darüber, wenn es nicht funktioniert. Die Sperre der Straße von Hormus oder als das Schiff sich quergelegt hat im Suezkanal. Und dann auf einmal merken wir, shit, hängt ganz schön viel dran. Es sollte besser funktionieren, reibungslos.
Angela: Genau, sehr häufig. Absolut, genau, das ist so bisschen die Krux bei uns im Unternehmen. ja, wir sehen schon, wir einfach, dass die Möglichkeit da ist, auch mehr über solche Themen zu sprechen und auch zu sagen, was passiert eigentlich überhaupt, wenn es keine Logistik gibt oder wenn etwas schief läuft in dem Moment und was muss dann passieren. Und dass es einfach ein Teil unseres Alltags ist. Und die Konversation für uns an sich ist auch schon Erfolg.
Tomas: Du hast ja am Anfang auch gesagt, Employee Advocacy ist auch ein wichtiger Bestandteil von dem, ihr tut. Messt ihr denn auch, ob Bewerber auf euch zukommen aufgrund Social Media?
Angela: absolut. Also es ist schon so, dass natürlich LinkedIn an sich eine Plattform ist, wo auch unsere Kunden oder Partner logischerweise tätig sind und da wird schon sehr viel auch das Networking darüber betrieben. Aber wir messen jetzt nicht genau, jetzt über, weil wir Employee Advocacy gemacht haben, dann tatsächlich auf uns oder wie viel mehr Kontakte wir dann haben. Das könnte vielleicht mal relevanter werden in der Zukunft, aber unsere Aktivitäten sind eigentlich eher davon bestimmt, dass wir sagen, wir haben ein gewisses Ziel vor Augen. Wir glauben, dass es mit diesen Mitteln richtig funktioniert und es ist nicht alles immer über Performance-Zahlen abzudecken.
Tomas: bin ja, als uns kennengelernt haben bei der Connected, hast du mir das ganz kurz mal erzählt, was ihr euch da aufgebaut habt. Und ich bin seitdem immer noch geflasht, dass ihr so einen riesen Laden mit zehn Leuten oder irgend so was wuppt. Mal angenommen an, ein kleines Gedankenspiel. Du heißt, morgen wachst du auf und hast auf einmal doppelt so viele Kapazitäten in deinem Team, in eurem Bereich. Was würdet ihr zuerst machen?
Angela: den Pausen-Button, den Knopf drücken. Ich bin davon überzeugt, dass wir nicht oder dass der richtige Weg wäre, nicht zu sagen, wir machen jetzt doppelt so viel. Nur weil wir doppelt so viele Leute haben, sondern die Zeit zu investieren, zu sagen, lass uns mal einen Schritt zurück machen. Und nochmal mit dieser neutraleren Brille vielleicht auch drauf schauen, was machen wir eigentlich die ganze Zeit? Und ist das A, das Richtige nach wie vor? Und B, wo können wir vielleicht noch optimieren oder fokussieren? Und wo können wir vielleicht noch was dazu machen, was mal komplett revolutionär ist, was komplett anderes, irgendetwas, wirklich so bisschen out of the box, also die totale Kreativität, nicht Masse, sondern Quantität und was komplett Neues. Dafür würde ich zusätzlich Ressourcen investieren.
Tomas: Hast du da irgendwas im Kopf? Ohne Budgetgrenzen, ohne Peoplegrenzen, was würdest du gerne mal machen?
Angela: Ich würde das ganze Thema, wir als Unternehmen oder wie, und da ziehe ich jetzt nicht nur unser Unternehmen ein, oder wie wir mit dem Thema überhaupt Social Media umgehen und wie wir vielleicht damit umgehen sollten in der Zukunft, da würde ich einfach noch mal eine Lupe draufsetzen und vielleicht mal revolutionär nachdenken wollen und zu sagen, welche Alternativen gibt es und wo geht das eigentlich hin? Gerade jetzt in dem Hintergrund, dass es immer mehr, mehr, mehr weil er einfach relativ einfach zu generieren ist über KI. Was bedeutet das dann für uns? Was bedeutet das für ein Unternehmen? Wie soll das eigentlich weiter mit dem Thema umgehen? Einfach weitermachen und gucken, dass sich das irgendwie selber wieder reguliert? Oder gibt es andere Möglichkeiten? Und da habe ich jetzt auch nicht die Antwort drauf, aber ich würde, wenn Ressourcen da sind, Zeit gerne mal investieren. Einfach wirklich da komplett von auf einem weißen Papier mir zu überlegen, wäre oder mit einem Team zu überlegen, was wäre denn jetzt eine andere Möglichkeit oder wie könnte man vielleicht umgehen damit? Auch wenn das bedeuten würde, dass wir vielleicht sagen, der klassische Unternehmenskanal auf LinkedIn macht keinen Sinn mehr, wir müssen es komplett anders machen. dieses sich das aus einer komplett anderen Perspektive mal zu überlegen, das ist reizvoll.
Tomas: ganz spannende Antwort auf die Frage tatsächlich, wenn man alles machen könnte, drückt mal den Pause Knopf, gehen einen Schritt zurück und überlegen uns, ob das eine gute Richtung ist. Und es gibt ja wenige Unternehmen, die sich trauen, Antwort auf den Zeitgeist zu finden. Und man könnte sagen, das ist eigentlich der perfekte Ausgangspunkt für eine gute Geschichte. Ich glaube, Julius van de Laar hat das mal gesagt. Jede gute Geschichte ist eine Antwort auf den aktuellen Zeitgeist. Und dann zu sagen so... Wir stellen uns mal alles in Frage, was wir gerade machen und wir finden unseren Weg und vielleicht stoßen wir aus so einer gesellschaftlichen Debatte nicht an, aber wir verstärken sie. nehmen aktiv daran teil, wie es Dove damals gemacht hat mit der Natural Beauty Kampagne. Das ist natürlich dann ein sehr, sehr mutiger Schritt, sehr auffällt, immer sehr auffällt. Es ist halt eine Frage, geht es in eine gute Richtung oder geht es in eine falsche Richtung? Wie wird es angenommen?
Angela: Ja. Wir haben vor ein paar Wochen eigentlich unser neues Format gelauncht. Das nennen wir The Logistics Moment. The Logistics Moment, also der Moment der Logistics sozusagen. Unser Ziel ist momentan, dass wir einen Reel alle zwei Wochen zumindest haben. Und wir veröffentlich das hier wirklich Format gleich. Es ist ja für uns nicht...
Tomas: Logistics Moment?
Angela: typisch, wir das so machen, aber wir haben uns bewusst entschieden, das ist ein Real-Format, das läuft auf LinkedIn und das läuft auf Instagram und YouTube Shorts, wo wir wirklich dieses Thema Welthandel, Logistik aus einer eher neutralen Brille mal betrachten, ohne dass wir dazu unternehmenslastig werden. Es geht wirklich so dieses Thema, ja, habe ich hier ein Thema, würde ich mal interessieren, wir sprechen mal drüber. Und Das ist auch so etwas, natürlich ein bisschen ein Experiment ist, wie es funktioniert, wobei wir nach wie vor sehr davon überzeugt dass es funktioniert. Ich mal gespannt, wie sich das entwickelt.
Tomas: Die Links dazu kommen auch gerne in die Show Notes, wenn ihr sie uns verrätst Angela. Abschließend zwei Fragen noch. Hast du einen Lieblings Content Creator auf LinkedIn, den man unbedingt folgen sollte?
Angela: Ja, gerne. Nein, kann ich ganz klar mit Nein sagen. Diese Fragen, hast du einen Lieblingsautor, hast du einen Lieblings, ich weiß nicht, Regisseur oder Lieblings-Content-Creator, gibt es bei mir gar nicht. Ich bin jemand, der heute das mal mag, dann hier. Ich bin sehr offen und ich folge verschiedenen Menschen auf LinkedIn. Für mich ist, was ich mag, ist einfach was mich vom Anfang an mitreißt und wo ich sage, das ist jetzt mal was anderes. Ich mag gerne provokative Dinge, die mich dann aus meinem Alltag oder aus meinem Sitz reißen und sagen, wow, das ist jetzt aber ein starkes Statement. Ähm... Bitte? Na... Ich... Für mich ist es wichtig, dass es etwas ist, was eben...
Tomas: bist ein Fan von Ragebait? Bist du ein Fan von Ragebait?
Angela: authentisch dann auch wieder ist zu der Person, die es schreibt. Also es bringt mir nichts, wenn das einfach wirklich nur Essen ist. jetzt einfach ein Marketing Gag und deswegen bringe ich diese Frage. Es muss passen, es muss authentisch sein, aber auch da, ich könnte jetzt keinen sagen, wo ich sagen, das ist jetzt immer mein Favorite oder so.
Tomas: Welche Frage habe ich dir nicht gestellt, hätte ich dir bestellen sollen?
Angela: Boah, das ist schwierig. Weiß ich nicht, ich könnte, ich erzähl einfach gerne, wenn ich gefragt werde, dann komm ich von einem ins andere. Insofern könnte ich dir jetzt gar nicht sagen, okay, das würde ich jetzt gerne nur noch von meiner Seite aus erzählen. Stell sie, wenn du noch was im Kopf hast.
Tomas: Ich habe gar nichts im Kopf. ist tatsächlich einfach die Gelegenheit zu sagen. Gibt es noch ein Thema, das dir wichtig ist, über das wir nicht gesprochen
Angela: Es ist immer ein Teamwork. Das ist wichtig. Also es ist nie eine Person, sowohl im Unternehmen, in der Unternehmenskommunikation, sondern auch, wenn ich die Kollegen mit einbinde. Und Social Media ist eben genau das. Es ist ein Teamwork. Teamwork im Sinne von wir als Unternehmen haben natürlich eine bestimmte Art oder ein bestimmtes Ziel, was wir erreichen wollen, zum Beispiel jetzt auf LinkedIn. Aber unsere Kollegen müssen dann halt auch ihren Teil dazu beitragen, wenn sie sagen, okay, sie wollen auch. dass Kühne+Nagel mehr präsent ist. heißt, ist Teamwork im besten Sinne, weil alles muss irgendwo... Wir haben alle unsere Rolle und wir spielen alle dann damit zusammen. Und ich finde, das ist für mich extrem wichtig. Es ist nicht nur die eine Seite. Es alles zusammenpassen.
Tomas: Ja. Mega gut. Ganz wichtiges Learning nehmen wir am Schluss nochmal mit. Alleine geht es zwar, aber zu zweit macht es mehr Spaß und wird vielleicht auch besser, auch wenn es bisschen länger dauert.
Angela: Natürlich, ja.
Tomas: Wie geht der schöne Spruch? Wenn du irgendwo schnell hin willst, dann geh alleine. Wenn du weit gehen willst, geh zu zweit. So oder so ähnlich. Oder zu dritt. Umkunden einen Newsroom, dann erklärt ihr das da. Super, Angela. Vielen, Dank für deine Zeit, deine Insights, für deine Geschichten. Ich fand es super lehrreich, sehr inspirierend. Und ich bin mir sicher auch viele der Hörer und Hörerinnen werden sich hier deiner Stimme erfreut haben. Danke dir.
Angela: Ja, oder zu dritt. Genau. Vielen Dank Tomas für die Möglichkeit und ja, war schön an interessanter Erfahrung daran teilzunehmen. Danke dir.
Tomas: Ich sehr sehr gerne. Und auch dir, liebe Hörer, vielen Dank fürs Zuhören. Wir hören uns bei der nächsten Folge der LinkedIn Lounge. Denkt dran, wenn dir das gut gefallen hat. Lass uns gerne fünf Sterne da und ein Abo. Das hilft uns sehr und schickt die Folge auch gerne jemandem weiter, den das auch interessieren könnte. In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal. Ciao, ciao.
Angela: Danke, tschüss!
Neuer Kommentar